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Neu im RKV – Koryu Uchinadi
Nachdem ich 2004 das erste Mal ein Seminar von Hanshi
Patrick McCarthy besuchte, wusste ich genau, dies ist
das Karate was ich schon seit Beendigung meiner
Wettkampfzeit suchte und mir war klar, das wollte ich
lernen.
Nun war ich natürlich nicht alleine, meine Schüler des
1.JJJKC Haßloch e.V., immerhin seit Jahren unter den Top Ten
der größten Vereine des RKV, mussten auch überzeugt werden.
Was lag näher als Hanshi McCarthy direkt nach Haßloch
einzuladen? So geschehen im Juni 2007 und die positive
Resonanz auf den Lehrgang war enorm. Viele meiner Schüler
aber auch andere Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz und anderen
Bundesländern waren begeistert.
Also traf ich Vorbereitungen um den Wechsel in Angriff zu
nehmen. Wir als Verein wollten unbedingt auch im RKV bzw.
DKV bleiben, also sprach ich mit dem Präsidium des RKV,
allen voran mit dem Präsidenten Gunar Weichert.
Die Gespräche liefen problemlos und ohne Widerstand.
Da Koryu Uchinadi kein Stil, sondern eher ein
System ist und wir natürlich auch nicht die 2000 Mitglieder
aufbringen konnten, um als eigener Stil innerhalb des DKV
akzeptiert zu werden, stellte ich den Antrag zur Aufnahme
einer Interessengruppe innerhalb des stilrichtungsoffenen
Karate (SOK).
Diesem Antrag wurde bei der letzten Präsidiumssitzung, am
25. Januar, einstimmig zugestimmt und somit wird seit 2008
in Haßloch nun Koryu Uchinadi trainiert und
gelehrt.
Bernd Otterstätter, Dojoleiter 1.JJJKC Haßloch
Was ist Koryu Uchinadi?
aus einem Artikel von Olaf Krey und Dirk Thesenvitz
Koryu Uchinadi ist die Zusammenfassung und
moderne Interpretation von in Fujian (China), während der
Qing-Periode (1644 - 1911) entwickelten und später
unvollständig und unsystematisch in Okinawa eingeführten
Quanfa-Übungen, die in der späteren Phase des
Ryukyu-Königreichs weiterentwickelt und schließlich durch
die japanische Kultur beeinflusst wurden.
Koryu Uchinadi ist das Ergebnis Hanshi Patrick
McCarthys persönlicher Analyse der auf effektiver
Selbstverteidigung basierenden Lehren von Karate-Pionieren
wie: Kojo Taite (1837-1917), Aragaki Seisho (1840-1920), Xie
Zhongxiang (1852-1930), Higashionna Kanryo (1853-1917),
Hanashiro Chomo (1869-1945), Motobu Choki (1871-1944), Zhou
Zhihe (1874-1926), Wu Xianhui (1886-1940), Tang Daiji
(1887-1937), Kiyoda Juhatsu (1886-1967), Miao Xing
(1881-1939), Oshiro Chojo (1887-1935), Richard Kim
(1919-2001) und Kinjo Hiroshi (1919- ).
Koryu Uchinadi hat seine Wurzeln also
vorwiegend in den chinesischen und okinawanischen
Kampfkünsten, ist aber stark durch die japanische Kultur
geprägt. Es handelt sich um persönliche Interpretationen
allgemeiner Prinzipien, nicht um einen fertigen Stil.
Koryu Uchinadi verfolgt im Wesentlichen zwei
Ziele: Zum Einen geht es darum kämpfen und sich verteidigen
zu lernen, zum Anderen bietet Koryu Uchinadi einen Weg zum
Verstehen von kata die oft als das Rätsel des Karate
bezeichnet werden, weil sie in formalisierter Darstellung
verteidigungsrelevante Prinzipien und Techniken enthalten.
Koryu Uchinadi wird außerdem als eine
Alternative zu konventionellen westlichen Fitness- und
Stressbewältigungsmethoden gelehrt. Zu lernen, wie man ruhig
und gelassen auf Aggressionen reagiert, lehrt gleichzeitig
Selbstbeherrschung und innere Ruhe. Dies wiederum hilft das
Gleichgewicht in persönlichen und beruflichen Beziehungen
herzustellen und zu erhalten.
Koryu Uchinadi ist ein nicht
wettkampforientiertes Selbstverteidigungssystem, das
bereichert durch seine moralischen, philosophischen und
historischen Aspekte, die zu Selbstprüfung auffordern, zu
einer verständlichen einzigartigen Übung wird.
Koryu Uchinadi wird in Deutschland offiziell
durch Olaf Krey vertreten, der Seminare für Interessierte
aller Stilrichtungen anbietet.
Das Koryu Uchinadi-System
Koryu Uchinadi besteht aus verschiedenen Kihon, die
bereits in geometrische Formen (wie Kata) verpackt sind.
Außerdem existieren zu jedem dieser Kihon Partnerübungen (futarigeiko),
die den Schüler mit den "gewöhnlichen Angriffen physischer
Gewalt" in Berührung bringen und ihn nach einiger Zeit der
Übung in die Lage versetzen spontan und kreativ auf solche
Angriffe zu reagieren. Neben weiteren futarigeiko und
renzoku geiko, die auch Bodentechniken beinhalten, gehören
das Studium von kata und der Umgang mit verschiedenen
Waffen, der ebenfalls durch kihon und die zugehörigen
futarigeiko erlernt wird, zum täglichen Training.
Systematik der Grundlagen von Koryu Uchinadi
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Tsuki Waza (Fausttechniken)
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Kaishu Waza (Techniken mit der offenen Hand)
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Kamae Waza (Stellungen und Körperhaltungen)
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Taisabaki (Körperbewegung)
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Heisho Waza (Sonstige Arten der Kraftübertragung)
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Uke Waza (Techniken des Annehmens und Weiterleitens)
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Keri Waza (Fußtechniken)
Zu jeder dieser kihon kata gehört eine entsprechende
Partnerübung (futarigeiko).
Die fundamentalen Themen der Selbstverteidigung
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Attackieren des Körpers durch Schläge und Tritte (Tsuki
Waza, Heisho Waza, Kaishu Waza, Keri Waza),
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Gelenkhebel und das Attackieren von Vitalpunkten (Kansetsu
Waza, Tuite Waza, Kyushu Jutsu),
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Würge- und Strangulierungstechniken (Shime Waza),
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Würfe und Stand-Bodenübergänge und die zugehörige
Fallschule (Nage Waza, Ukemi Waza),
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Clinch und Bodenkampf (Ne Waza).
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