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Herkunft und Entwicklung der
Kata Kanku (Kushanku)
Ursprung
Im Jahre 1756, in der Blütezeit der Handelsbeziehungen
zwischen China und Okinawa, kamen einige chinesischen
Familien (die „36 Familien“) aus Fukien, als Gesandte des
chinesischen Kaisers, nach Okinawa. Diese Familien, alle
ausgebildet in verschiedenen Berufen und Künsten, siedelten
sich in der Nähe der Hauptstadt Naha an, wo nach und nach
eine chinesischen Siedlung, Kumemura (Kume), entstand. Unter
ihnen war vermutlich auch ein Mann mit Namen Kushanku
(Synonyme: Kung Hsinag Shün, Kwang Shang Fu, Kosokun, Ko
Sokun, Koshokun, Ku Shan Ku, Ku Shanku, Kwanku oder auch
Gong Xian Fa). Der Name Kushanku/Koshokun setzt sich aus
drei Schriftzeichen zusammen. Ko welches „öffentlich,
offiziell“ bedeutet, Sho bedeutet „Minister“ und Kun kann
als Suffix für „Person“ oder aber auch „Herr, Herrscher“
bedeuten. Das würde bedeuten, dass Kushanku wahrscheinlich
ein Titel war, der aber auch als normaler Name verwendet
werden konnte.
Kushanku ein Militärattaché, war auch ein
großer Experte des nördlichen Shaolin Quan Fa (Kung Fu)
Stils, den er angeblich von einem Shaolin - Mönch erlernt
haben soll. Er hielt sich anscheinend bis 1762 auf Okinawa
auf und hatte dort wahrscheinlich drei Schüler. Yara Chatan
(1760 - 1812?), höchstwahrscheinlich in der Zeit als sich
Yara in Fukien (China) aufhielt (1772 - 1792), Sakugawa
„Tode“ Shungo (1733 - 1815) und Shionja (?) auf Okinawa. Die
Existenz von Shionja wurde allerdings nie vollkommen
geklärt. Man weiß, dass Kushanku auch gegen größere,
stärkere Gegner gewinnen konnte, indem er z.B. Beinscheren
einsetzte. Außerdem erkennt man ihm an, die zurückgezogene
Hand (Hikite) und eine Form des Kumite in das okinawanische
Tode eingeführt zu haben. Die Bekanntschaft, mit dem damals
schon als Meister des Tode auf Okinawa bekannten 23-jährigen
Sakugawa, soll sich folgendermaßen ereignet haben. An einem
schönen Tag stand Kushanku am Ufer eines Flusses in der Nähe
von Kumemura, in der Meditation vertieft. Da kam Sakugawa
des Weges und dachte, er könnte mit diesem Fremden am Wasser
einen kleinen Scherz machen. Er schlich sich an und wollte
den Mann ins Wasser stoßen. Aber genau in dem Moment als er
zustieß, drehte sich der Mann um und packte ihn fest am
Handgelenk. Der Fremde wies den jungen Okinawaner zurecht
und als er erfuhr dass Sakugawa ein Meister des Tode war,
sprach er zu ihm: „Wenn du wieder nach Kumemura kommst,
frage nach einem Mann mit dem Namen Kushanku und ich werde
dich nicht nur das „Wie“, sondern auch das „Warum“ der
Kampfkünste lehren.“ Da fragte Sakugawa, ob er sein Schüler
werden könne.
Kushanku lehrte unter anderem seinen
beiden Schülern eine Dao (Kata), die dann später unter
seinem Namen bekannt wurde und das okinawanische Shorin Ryu
stark beeinflussen sollte. Unter anderem wurde aus Teilen
der Kushanku verschiedene Sequenzen der Pinan / Heian Kata
Serie kreiert. Yara und Sakugawa hatten allerdings eine
unterschiedliche Auffassung der Kata, so dass sich von
Anfang an zwei verschiedene Versionen dieser Kata
entwickelten.
Yara, der zwanzig Jahre in der
südchinesischen Provinz Fukien gelebt hatte und ein immenses
Wissen auf dem Gebiet der inneren chinesischen Künste (unter
anderem Qi Gong) hatte, konnte die feinen Techniken der Kata
verstehen. Sakugawa hingegen, der bei Takahara Peichin (1683
- 1760) im eher einfachen okinawanischen Te ausgebildet
wurde, ersetzte die vielen diffizilen Techniken zu den
Vitalpunkten durch einfache, brachiale Angriffe.
Von Yara, der auch zum offiziellen
Nachfolger von Kushanku ernannt wurde, gelangte die
unveränderte Kata über seine Schüler Kuniyoshi no Tanme (?)
und Yara Yomitan (1816 - ?) zu Kyan Chotoku (1870 - 1945).
Kyan war ein kleiner Mann, der sehr an der Art der
Verteidigung von kleinen Menschen gegen große interessiert
war. So kamen ihm die präzisen Techniken auf Vitalpunkte der
Kushanku entgegen und er gab diese auch unverändert an
Nagamine Shoshin (1907 - 1997) und an drei Meister mit dem
Namen Shimabukuro (nicht verwandt) weiter, Taro (1906 -),
Eizo (1925 -) und Zenryô (1904 - 1969). Heute ist diese Kata
als Kuniyoshi no Kushanku bekannt, welche auch das
okinawanische Hayashi-Ryu und Matsubayahi-Ryu beeinflusste.
Wie oben schon erwähnt, änderte Sakugawa
die Prinzipien der Kushanku nach seiner Auffassung und
seinem Verständnis. Diese veränderte Version gab er unter
anderem auch seinem Schüler der letzten Jahre, Matsumura
Sokon (1792 oder 1805 oder 1809 - 1896), weiter.
Matsumura war schon während seines Lebens
eine Legende auf Okinawa, Japan und in China. Er gründete
das okinawanische Shorin-Ryu. Unter anderem war er der
Hauptlehrer für Kampfkünste der okinawanischen Königsfamilie
und auch der Leibwächter des Königs - vielleicht ist das der
Grund warum im Shuri Te (zusammen mit Tomari Te die
Hauptsysteme des Shorin Ryu) eine schnelle Entscheidung des
Kampfes gesucht wird. Von diesem bekam er auch den Beinamen
„Bushi“ (Krieger). Er gab die Kata unter anderem an Itosu
Yatsusune (1832 - 1916) (Anko) weiter.
Itosu war einer der größten Meister der
Kampfkünste und nahezu unbesiegbar. Ohne Itosu (der von
manchen Experten ebenfalls als Leibwächter des Königs
angesehen wird) wären manche okinawanischen Kata, vielleicht
auch die Kushanku, heute nicht mehr bekannt. Allerdings
analysierte er alle Kata und entwickelte durch sein immenses
Wissen viele eigene Versionen. Unter anderem veränderte er
auch die Kushanku nach seinen Vorstellungen und nannte sie
Kushanku Dai. Er kreierte aber auch noch eine zweite,
Kushanku Sho, und eine dritte Variante, die Kushanku Shiho.
Anmerkung: Die oben beschriebene Annahme,
dass Sakugawa direkt bei Kushanku gelernt hat, wurde nie
bestätigt. Nakamoto Mashiro, Schüler von Chibana Choshin
gibt an, dass die Lebensspanne Sakugawas von 1762 - 1843
dauerte und ein Nachkomme von ihm nennt die Daten 1774 -
1838. Glaubt man diesen Angaben so kann Sakugawa unmöglich
direkter Schüler von Kushanku gewesen sein. Er könnte die
Kata demnach von Yara Chatan gelernt haben. Auch Matsumura,
der wichtigste Schüler von Sakugawa, gab eine Kushanku
Variante mit dem Namen Yara Kushanku weiter.
Inhalt
Der Kampfstil der Kushanku geht auf das nordchinesische Kung
Fu zurück. Er besteht aus relativ vielen Fußtechniken,
weiten ausholenden Bewegungen und auch Sprüngen. Weitere
Merkmale sind die Wechsel der Strategie und
Richtungsänderungen. Dadurch soll gleichzeitig das
Beherrschen von Drehungen, Sprüngen, Abtauchen und die
Ausnutzung der Flexibilität des Körpers erlernt werden.
Die Eröffnungssequenz der Kata, findet
man auch in anderen Kata des okinawanischen Karate, so z. B.
in der Shorin Passai des Matsubayashi Ryu, der Chibana no
Passai des Kobayashi Ryu und auch, in veränderter Form, in
der Naihanchi Shodan des Wado Ryu. Das lässt darauf
schließen, dass diese Sequenz nicht an eine bestimmte Kata
gebunden ist. Außer den später noch gezeigten kämpferischen
Anwendungen, kann diese Bewegung auch energetischer oder
philosophischer Natur sein. Das Dreieck vor dem Unterbauch,
gebildet aus Daumen und Zeigefinger, befindet sich vor dem
unteren, inneren Energiezentrum des Körpers, „unteres
Zinnoberfeld“ (jap.: Hara oder Tanden, chin.: Dantien oder
Dantian) genannt. Es symbolisiert das Gleichgewicht zwischen
Himmel, Mensch und Erde. Man atmet ein, hebt die Arme und
nimmt somit die Energie, die aus diesem Zentrum und der Erde
aufsteigt, auf und verbindet sie mit der Energie des Himmels
am Ende der Bewegung, wenn die Arme schräg nach oben zeigen.
Danach werden die Arme kreisförmig nach unten geführt, bis
sie sich wieder vor dem Unterbauch begegnen. Die rechte
Handkante (Yang) berührt dabei die linke Handfläche (Ying).
Eine möglich philosophische Erklärung,
ist das „Betrachten des Himmels (Leere)“ oder das Zeigen der
leeren, unbewaffneten Hände, welches eine friedliche,
gewaltfreie Absicht zeigen soll.
Eine weitere Interpretation des Inhaltes
der Kata, kommt aus der Richtung des Isshin Ryu. Dort glaubt
man, der originale Name von Kushanku war Kon Tzu Ku.
Übersetzt man diesen in japanische Terme und dann ins
Deutsche, so erhält man „Ein Experte in der Dunkelheit
sein“. Deshalb wird von vielen Experten des Isshin Ryu die
Kushanku als Kampfsystem für die Nacht (Dunkelheit) gesehen.
Viele Techniken der Kushanku (auch der Kanku Dai) sind
Nahkampf- oder Ringertechniken. Traditionelle chinesische
Kampfkünste werden generell in drei Kategorien unterteilt.
Als erstes Schlag- und Tritttechniken, zweitens Chi na,
Greif- und Hebeltechniken und als dritte Kategorie Shuai
Jiao, Wurf- und Ringtechniken. Bedenkt man den chinesischen
Ursprung der Kata, macht es durchaus Sinn, die Anwendungen
nicht ausschließlich auf Schläge und Tritte zu reduzieren.
In der Kushanku wurden Ringertechniken mit Schlägen,
Tritten, Hebeln und Greiftechniken kombiniert. Das Ziel ist
den Angreifer so schnell wie möglich zu Boden zu bringen,
aber, im Gegensatz zum heute modernen Ringen, Judo oder Jiu
Jitsu, vermeidet man im Shuai Jiao, selbst auf den Boden zu
fallen und lange mit dem Gegner zu ringen.
Varianten der Kushanku / Kanku
Sakugawa no Kushanku
Diese Form leitet sich direkt von der originalen Kata von
Kwang Shang Fu (Kushanku) ab. Sakugawa veränderte die Kata
nach seinen Ansichten, z.B. wurden, wie oben schon erwähnt,
die vielen Angriffe zu den Vitalpunkten durch einfachere
Techniken ersetzt. Er gab diese Kata an drei Schüler, Okuda,
Makabe und Matsumoto, weiter. Erst kurz vor seinem Tod
lehrte er sie auch Sokon Matsumura.
Chatanyara no Kushanku
Yara Chatan hatte annähernd zwanzig Jahre in China die
Kampfkünste erlernt und konnte somit besseren Zugang zu den
feinen Vitalpunkttechniken finden. Stimmen die, in
verschiedenen Quellen angegebenen Lebensdaten, so muss er in
China bei Kushanku gelernt haben. In der Zeit als Kushanku
auf Okinawa weilte, wurde Yara erst geboren. Er veränderte
die Kata nicht und gab sie über seine Linie an Chotoku Kyan
weiter.
Matsumura no Kushanku
Hier erfuhr sie zunächst keine Veränderungen. Erst als
Matsumura die Kata an Itosu Yasutsune und Azato Anko (beide
Lehrer von Funakoshi Gichin) weitergab, erfuhr sie weitere
Veränderungen. Azato (1827 - 1906) veränderte sie nicht,
aber durch Itosu erhielt sie dann die ersten gravierenden
Neuerungen.
Kuniyoshi no Kushanku
Von Yara Chatan nimmt man an, dass er durch sein Studium in
China die Kenntnis des tieferen Wesens der Kampfkünste
maßgeblich auf Okinawa verbreitet hat. Yara blieb der Kata,
die er von Kushanku erlernt hatte, verbunden und änderte
diese nicht. Er gab die Kata an seinen Enkel Yara Yomitan
weiter und zusammen mit Kuniyoshi no Tanme lehrte dieser sie
Chotoku Kyan, der sie auch vermehrt als Kuniyoshi no
Kushanku bezeichnete. Diese Kata entspricht weitestgehend
der unveränderte Variante von Yara Chatan. Das Yara Yomitan
der Enkel von Yara Chatan war, konnte nicht eindeutig belegt
werden. Richtig ist aber, dass er im gleichen Dorf (Chatan)
wie der ältere Yara gelebt hatte und von diesem ausgebildet
wurde.
Itosu no Kushanku
Itosu zerlegte viele Kata, veränderte sie oder zerteilte
eine lange Kata in mehrere, kürzere Varianten. Auch die
Sakugawa no Kushanku zerlegte er in drei Formen, Kushanku
Dai, Kushanku Sho und Kushanku Shiho, und veränderte sie
nach seinen Ideen und Vorstellungen. Die Kushanku Dai
verbreitete sich über Funakoshi Gichin (1869 - 1957) ins
Shotokan Ryu, über Otsuka Hironori (1892 - 1982) ins Wado
Ryu, über Shimabukuro Tatsuo (1906 - 1975) ins Isshin Ryu
und in viele weiter Richtungen. Kushanku Sho wird heute
hauptsächlich im Kobayashi Ryu von Chibana Choshin (1885 -
1969) und seinen Nachfolgern geübt. Außerdem wurde sie von
Schülern Funakoshis später auch ins Shotokan Ryu übernommen.
Kushanku Shiho wird heutzutage nur selten geübt, z.B. im
Shito Ryu.
Shorin Kushanku (Matsubayashi Ryu)
Diese Form wurde hauptsächlich von Nagamine Shoshin, im
Matsubayashi Ryu, geübt. Sie entspricht der Form, die
Chotoku Kyan aus der Yara - Linie übernommen und so auch
weitergegeben hat und ist identisch mit der Kuniyoshi no
Kushanku.
Chibana no Kushanku
Diese Kata ist der Itosu Variante sehr ähnlich. Chibana hat
die Kata auch von Itosu Yasutsune erlernt und in sein
System, das er Kobayashi Ryu nannte, übernommen. Allerdings
konzentrierte er sich mehr auf die Kushanku Sho Variante.
Diese Version wird auch nur noch im Kobayashi Ryu gelehrt,
bis zu seinem Tod hauptsächlich von Higa Yuchoku (1910 -
1994) im Shorin Ryu Kyudokan, von Nakazato Shugoro (geb.
1919) im Shorin Ryu Shorinkan und Miyahira Katsuya (geb.
1918) im Shorin Ryu Shidokan. Diese Version von Myahira wird
in Deutschland (Trier) von Joachim Laupp (geb. 1957)
vertreten.
Kushanku Shiho
Kushanku Shiho, eine von Itosu kreierte Version, wurde eine
zeitlang im Kobayashi Ryu, von Chibana Choshin, geübt. Sie
galt aber nie als stilspezifisch und wurde nur unter der
erweiterten Auswahl geführt. Heute findet man sie auch noch
im Shito Ryu von Mabuni Kenwa (1889 - 1952) und seinen
Nachfolgern, als Kosokun Shiho.
Kanku Dai (Shotokan)
Diese Kata ist eine direkte Ableitung der Itosu no Kushanku.
Funakoshi Gichin hat sie, nur wenig verändert, in sein
System übernommen. Erst später, unter Funakoshi Yoshitaka,
gab es große Veränderungen – die Stellungen wurden länger
und dadurch tiefer und die Techniken dynamischer. Von
Nakayama Masatoshi (1913 - 1987) wurde sie dann für den
Wettkampf überarbeitet. Kanku wird verschieden übersetzt,
z.B. sagt man „Blick in den Himmel“, „Himmelsschau“, „Den
Himmel betrachten“ oder auch „Die Leere betrachten“, da das
Schriftzeichen für „Ku“ auch als „Kara“, „Leere“
ausgesprochen werden kann. Dai bedeutet groß. Die Kanku Dai
bzw. Kushanku Dai ist heute weltweit die Hauptform der alten
Kushanku. In Japan setze sich die Itosu no Kushanku durch.
Funakoshi Gichin änderte in den 30er Jahren des zwanzigsten
Jahrhunderts den Namen Kushanku in Kanku. Dies sah Funakoshi
als nötig an, um das Karate in Japan schneller zu
verbreiten. Dazu musste, aus allen Bezeichnungen des Karate,
der chinesische Ursprung entfernt werden. Vor allem Mabuni
Kenwa (1889-1952) und Funakoshi Gichin lehrten diese Kata in
Japan. Dadurch verbreitete sie sich in allen dem Shotokan
und Shito Ryu ähnlichen Stilen. Im Shotokan Ryu gilt die
Kanku Dai heute als eine der wichtigsten Kata. Ihre
Bewegungen wechseln von schnell zu langsam und auch der
Krafteinsatz ist mal dynamisch und dann wieder leicht. Auch
die Merkmale des Kampfstils der Kushanku ( s. oben) sind
noch in der Kanku Dai erhalten. Sprünge, Abtauchen,
Fußtritte und häufige Richtungswechsel werden durch ihre
Ausübung erlernt. Sie enthält 65 Bewegungen und sollte in
ca. zwei bis zweieinhalb Minuten ausgeführt werden. Im
Wettkampf wird diese Kata deutlich schneller ausgeführt, man
geht von 90 Sekunden aus.
Kanku Dai (Wado Ryu – Otsuka no Knaku
Dai)
Otsuka Hironori, ein Schüler von Funakoshi Gichin, lernte
die Kanku Dai in den 30er Jahren von seinem Lehrer und fügte
sie in seinen eigenen Stil, Wado Ryu, ein. Er verwendete
aber die, früher in Shuri, gebräuchlichen kurzen Stellungen
und entfernte alle in Japan neu interpretierten Techniken
(z.B. alle Yoko Geri wurden, mit den ursprünglich
verwendeten Mae Geri, ersetzt). Er wollte ein System
gründen, das auch ältere Menschen ausführen können. Leider
ist von dieser Idee im heutigen Wado Ryu nicht viel übrig
geblieben.
Kanku Sho (Shotokan)
Die Kanku-Sho (klein) wurde von Funakoshi Gichin und Mabuni
Kenwa nicht in die engere Auswahl genommen. Wie schon
erwähnt wurde die Kushanku Sho von Itosu gegründet. Die
heute im Shotokan geübte Form, welche der Sohn von Funakoshi,
Yoshitaka (gest. 1945), in den Stil brachte, ist eine
Ableitung davon. Kanku Sho ist kürzer als Kanku Dai und
sollte in ungefähr 80 bis 90 Sekunden ausgeführt werden. |