Fachübungsleiter-/C-Trainer
Lehrgang 2007 in Wittlich:
Am Anfang des Weges…

An vier Wochenenden zwischen April und
Juni 2007 fanden sich Trainer aus mehreren Vereinen zum 20.
Übungsleiter-F-Lehrgang 2007 in Wittlich ein. Dort wurde der
fachliche Teil der Ausbildung im Karate unter der Obhut von
Lehrwart und Kumite-Landestrainer Walter Hehl veranstaltet,
welcher zusammen mit dem überfachlichen Lehrgang zur
Lizensierung als Fachübungsleiter/C-Trainer führt.
Das erste Wochenende im April stand unter
den Themen Aufwärmtraining, Flexibilitätstraining und
Techniktraining, welche allesamt sowohl in der Theorie als
auch in der Praxis vom Referenten Walter Hehl selbst
unterrichtet wurden. Außerdem wurden die Themen für die
Hausarbeiten ausgegeben, welche Bestandteil der
abschließenden Prüfung zur Lizensierung sind. Jeder
Teilnehmer bekam eine Fuß- und eine Handtechnik zugeteilt,
auf deren Neuerlernen der Plan einer Trainingseinheit für
ein Karatetraining basieren soll. Die praktischen Übungen
zum Aufwärmen und zur Steigerung der Kondition erfuhren wir
am eigenen Leib und waren sehr anstrengend. Wir hatten damit
gerechnet, denn nicht umsonst hatte Walter Hehl bereits auf
der Ausschreibung zum Lehrgang hingewiesen, dass sich nur
Teilnehmer melden sollten, welche „die notwendige Kondition
und Motivation einer insgesamt 90-stündigen fachlichen
Ausbildung mitbringen“. Wir führten auch die Übungen zum
Flexibilitätstraining selbst aus, denn dadurch kann man sich
später eher daran erinnern. Sehr interessant war die
Gruppenarbeit zum Techniktraining mit Bewegungsbeschreibung,
da einzelne Karatetechniken genau erklärt, in Bestandteile
zerlegt und den anderen Teilnehmern vorgeführt wurden. Nicht
immer herrschte in den Arbeitsgruppen Einigkeit über die
exakte Ausführung einer Technik, aber genau dies führte zu
einem großen Lerneffekt bereits während der Vorbereitung.
Insbesondere Walter Hehls Eingehen auf die Hauptfehler beim
Erlernen der Karatetechniken wird in Zukunft dazu beitragen,
die Techniken als Trainer im eigenen Verein besser
vermitteln zu können.
Der Vizepräsident und Sportreferent des
RKV Bernd Otterstätter und der kommissarische
Kata-Landestrainer Markus Gutzmer begleiteten uns am zweiten
Lehrgangswochenende im Mai bei der Erweiterung unserer
Trainerfähigkeiten. Selbstverteidigung, Bunkai und Training
prüfungsrelevanter Kumiteformen für Kyuprüfungen standen bei
Bernd Otterstätter auf dem Programm. Er zeigte uns eine
reichliche Auswahl an selbstverteidigenden Maßnahmen, welche
man allerdings regelmäßig selbst trainieren muss, um sie in
gefährlichen Situationen anwenden oder anderen beibringen zu
können. Die verschiedenen Kumiteformen brachte er uns in
Theorie und Praxis mit viel Begeisterung, Können und
Hinweise auf zu beachtende Punkte nahe. Markus Gutzmer
konzentrierte sich auf das Kindertraining und ließ uns dabei
von seinen Erfahrungen aus dem eigenen Dojo profitieren. Er
referierte über die Unterschiede zwischen Training für
Erwachsene und dem für Kinder und zeigte anhand praktischer
Beispiele viele Möglichkeiten auf, Kindertraining
kindgerecht, interessant und abwechslungsreich zu gestalten.
Am Nachmittag bearbeiteten wir in Gruppen Themen des
Kindertrainings und nahmen einige wichtige Ideen für das
Training von Kindern im eigenen Dojo mit.
Am dritten Wochenende im Mai setzten wir
bei Walter Hehl die Gruppenarbeit zum Techniktraining fort
und planten wiederum in Gruppen eine Trainingseinheit mit
anschließender Durchführung. Diese Trainingseinheiten
sollten jeweils einen Fehler beseitigen, zum Beispiel zu
langsames Vorwärtsbewegen beim Schritt nach vorn in
Zenkutsu-Dachi. Wir übten Fehler zu erkennen, deren Ursachen
zu korrigieren und Übungen zu finden, welche zur korrekten
Ausführung der Techniken und Bewegungen führen. Walter Hehls
genaue Analyse der Hauptfehler bei den Bewegungen und
Techniken war treffend und sehr hilfreich. Der
Sonntagnachmittag gehörte dem Präsidenten und
Stilrichtungsreferenten Shotokan des RKV Gunar Weichert,
welcher über das Thema Katatraining referierte. Insbesondere
die Trainingsprinzipien Programmverkürzung, Verringerung der
Programmbreite und Parameterveränderung verdeutlichte er
praktisch anhand Sequenzen aus der Kata Kanku Dai und
weiteren Techniksequenzen. Eine praktische Gruppenarbeit zum
Beibringen einer Technikabfolge in Lernschritten rundete die
Übungen ab. Dieses Wochenende brachte uns wiederum viele
neue Ideen, um in Zukunft Karatetechniken und
Technikabfolgen besser erklären und beibringen zu können.
Die C-Trainer-Ausbildung in Wittlich
endete am Wochenende vom 23. und 24. Juni mit der Prüfung,
welche aus der Hausarbeit, einer schriftlichen Klausur und
einer praktischen Lehrprobe bestand. Doch zuvor
beschäftigten wir uns am Samstagmorgen beim Prüferreferenten
Klaus Bleser mit der Prüfungsvorbereitung für Kyu- und
Danprüfungen in Theorie und Praxis. Anhand zahlreicher
praktischer Beispiele verdeutlichte er die Schwierigkeiten
beim Beurteilen einzelner Prüfungsleistungen. Den Nachmittag
verbrachten wir bei unserem Lehrwart Walter Hehl mit
Pratzentraining, bevor wir schließlich die Klausur
schrieben. Der gesamte Sonntag wurde den praktischen
Lehrproben gewidmet, welche unter den Augen der Prüfer
Walter Hehl und Peter Rau stattfanden. Die kritischen
Anmerkungen der Prüfer waren sehr lehrhaft und die gesamte
Gruppe bestand die Prüfung und wurde für ihr großes
Engagement im Laufe des Lehrgangs gewürdigt. Walter Hehl
erinnerte uns zum Ende des Lehrgangs daran, dass wir im
Karate am Anfang des Weges stehen, und motivierte uns diesen
Weg weiterzugehen.
Andrea Klee PSV Mainz |