Tolle Stimmung beim
Breitensportlehrgang Bunkai Jutsu, SV aus den Kata
mit Bernd und Elke Otterstätter
Dass
dieser Lehrgang ein überregionales Flair hatte, sah man
daran dass auch Karateka aus dem Saarland und aus Bad
Mergentheim extra angereist waren.
In der Theorie, wir saßen alle dicht
gedrängt zusammen und lauschten gespannt den Ausführungen,
erklärte Elke den Ablauf des Lehrgangs und warum in der
ersten praktischen Sequenz Frauen und Männer getrennt
trainieren wollen. Bernd erklärte uns u.a., dass das Karate,
das aus Japan nach Westeuropa kam, reiner Wettkampfsport war
und erst in letzter Zeit der ursprüngliche Aspekt des Karate
- die Selbstverteidigung - wieder entdeckt wird.
Danach trennten wir uns in zwei Gruppen,
die mit Elke bzw. Bernd trainierten.
Nach dem Warmlaufen ging Bernd dann ins
Detail. Paarweise zusammen, übten wir
Selbstverteidigungstechniken aus den Kata , Bunkaitechniken
zur Abwehr verschiedener Angriffe. Die tolle Stimmung setzte
sich auch in der Pause, mit Sonnenschein und milden
Temperaturen fort. Wo und wann konnten wir Karateka mitten
im November noch im Freien sitzen? Ein fleißiges Team von
unserem Verein versorgte die Teilnehmer auch reichlich mit
Würstchen, Salaten, Kuchen, Getränken und mit einem
freundlichen Lachen.
Nach der Pause ging es dann gestärkt und
ausgeruht weiter. Getrennt nach Kyugraden arbeiteten wir
paarweise nach Trainingsstand und Kondition an den
verschiedenen Selbstverteidigungstechniken im Stehen und auf
dem Boden (Matte). Nach einer kurzen Pause trafen sich alle,
um mit Bernd die Abwehr eines Messerangriffes zu üben. Bernd
machte in Beispielen am Partner sehr eindrucksvoll und
überzeugend klar, dass die Abwehr gegen einen geübten
Messerangreifer praktisch unmöglich ist. Und mir bzw. uns
wurde die alte SV-Regel wieder einmal bewusst: umdrehen und
rennen, rennen, rennen...
Zum Abschluss des Lehrgangs füllte Elke
uns mit ihren entspannenden Qi-Gong-Techniken wieder mit
Energie auf. Wir gingen entspannt und mit neuem Wissen und
Erfahrungen über Selbstbehauptung und Selbstverteidigung
nach Hause.
(Herbert Rieder)
Spezielle
Einheit SB/SV für Frauen und Mädchen
Elke beeindruckte mich durch ihr Fachwissen und ihre
professionelle Art, sowohl den Mädchen als auch den
jugendlichen und erwachsenen Frauen den Sinn von
Selbstbehauptung und Selbstverteidigung näher zu bringen.
In der theoretischen Einheit stärke sie
unser Selbstbewusstsein und unsere Selbstbehauptung mit
Beispielen wie wir uns z.B. nachts alleine auf dem
Nachhauseweg, auf dem Schulhof oder auf Partys sicher und
selbstbewusst verhalten können.
Im praktischen Teil übten wir
unkomplizierte aber sehr effektive Techniken, wie wir uns
gegen ungewollte “Anmache” jeglicher Art behaupten können.
Auch war es für mich eine neue und spannende Erfahrung, mal
mit “fremden” Frauen zu trainieren; vielen Dank an die zwei
:-)
(Simone Wachtel)
Breitensportlehrgang am 18.11.2006 mit Bernd und Elke
Otterstätter in Haßloch
Bunkai Jutsu, d.h. Selbstverteidigung aus den Kata, und
Selbstbehauptung / Selbstverteidigung für Frauen und
Mädchen, so lautete das Thema eines Breitensportlehrgangs,
zu dem Bernd und Elke Otterstätter am 18.11.2006 nach
Haßloch eingeladen hatten. Etwa vierzig Karateka, aus
Haßloch der näheren Umgebung, aber auch aus dem Saarland und
Bad Mergentheim, nutzten die Gelegenheit, um sich in
geschmeidiger Abwehr, schmerzhaften Griffen und wirksamen
Hebeltechniken schulen zu lassen.
In seinem theoretischen Teil bedauerte
Bernd, dass einerseits mit Hinweisen auf Selbstverteidigung
viel Werbung für Karate als Breitensport gemacht werde (was
im Verband und in den Vereinen in der Praxis meist nicht
eingehalten werde) und dass dann andererseits Techniken der
Selbstverteidigung in der Praxis kontraproduktiv meist über
Judo, Jiu-Jitsu, WingTsun o.ä. definiert würden, obwohl sie
auch im Karate gefunden werden könnten. Während nebenan Elke
mit den Mädchen und Frauen Techniken der Selbstbehauptung /
Selbstverteidigung trainierte, setzte Bernd in seinem ersten
Praxis-Teil den Schwerpunkt auf die Abwehrtechnik Age-uke
plus Konter. Im weiteren Verlauf zeigte er dann, dass
bestimmte Kata-Techniken die Technik Age-uke beinhalten, und
wie sie mit einem geeigneten Konter zur erfolgreichen
Selbstverteidigung genutzt werden können.
Immer wieder stand dabei für den
Ernstfall auf der Straße auch die „Verhältnismäßigkeit der
Mittel“ zur Diskussion. Bernd wies eindringlich darauf hin,
dass mit einer Kiai-Technik bei einem bereits am Boden
liegenden Gegner – wie sie beim Wettkampfsport zum
Punktgewinn unerlässlich ist – der Notwehr-Fall eindeutig
überschritten sei.
Selbstverteidigung gegen Messer – so
Bernd – ist ohne Hilfsmittel bei einem erfahrenen
Messerkämpfer illusorisch! Falls möglich, bleibe als einzige
Chance die Flucht. Wenn allerdings jemand mit einem Messer
„herumfuchtele“, sei das in der Regel ein Zeichen für
Unerfahrenheit - und da habe man durchaus eine gewisse
Abwehrchance. Voraussetzung: Keine Angst bei der
entschlossenen Abwehr- bzw. Kontertechnik! Zum Schluss
sorgte Elke mit ihrem Qi-Gong einmal mehr für einen
erfolgreichen Ausgleich zwischen Yin und Yang.
(Arno Limburg, VT Böhl)
Selbstbehauptung
und Selbstverteidigungslehrgang am 18.11.2006 in Haßloch
In Haßloch fand am 18.11.06 zum zweiten Mal ein Lehrgang mit
den Themen “SV mit Karate“ und “Selbstverteidigung und
Selbstbehauptung für Frauen und Mädchen“ statt. Eingeladen
hatten die beiden Haßlocher Trainer Elke und Bernd
Otterstätter (3.und 5.Dan).
In einer einführenden Theoriestunde
nannten beide den Sinn und Zweck des Lehrganges. Elke sieht
besonders für Frauen in der heutigen Zeit eine Notwendigkeit
sich mit Selbstverteidigung auseinanderzusetzen.
Karatepraktizierende sollten ihre Kampfkunst dafür nutzen.
Laut Bernd wird im DKV Karate als eine
Form der Selbstverteidigung genannt. Der Alltag in den
meisten Dojo widerspricht dieser Ansicht. Obwohl 90-95% der
Mitglieder keine Wettkampfambitionen hegen, ist
Wettkampftraining Trainingsalltag. Auch
Prüfungsvorbereitungen bringen keine Verbesserung der SV-
Fähigkeiten, da diese in der Prüfungsordnung nicht
abgefordert werden. Werden SV-Einheiten angeboten, wird in
diesen häufig auf Techniken anderer Kampfkünsten
zurückgegriffen. Dies ist nicht nötig!! Da Karate
ursprünglich Selbstverteidigung war, können alle
Karatetechniken zur SV genutzt werden, vorausgesetzt sie
werden richtig angewendet.
In der ersten Einheit bei Bernd wurde
dies von ihm demonstriert. Er wählte dazu die Abwehrtechnik
Age Uke. Diese Technik wurde zuerst mit Partner in der
Kihon-Form als Sanbon-Kumite geübt.
Aus dieser Form wurde ein Renzoku Waza,
Wiederholungstechniken, abgeleitet und intensiv eingeübt.
Die provozierende Frage von Bernd, ob jemand einen Age Uke
beim Wettkampf, Randori oder Dojo-Kumite gesehen, bzw.
einmal angewendet hat, erntete nur Kopfschütteln.
Warum also diese Technik? Dies wurde in
den folgenden Beispielen der Anwendung Age Uke beantwortet.
Mit Verwunderung wurde von den Teilnehmern die vielen
Möglichkeiten registriert, beginnend mit Anwendung als
Konter, als Mittel den Gegner zu manipulieren und Einleitung
für Hebel.
Bei Elke in der zeitgleichen Einheit
speziell für Frauen ging es in erster Linie nicht um das
Vermitteln von SV-Techniken, sondern um das Erkennen und
Vermeiden von kritischen Situationen, bzw. um das richtige
Verhalten in solchen. In Rollenspielen wurde das Finden und
Bewahren der richtigen Distanz eingeübt und die Stimme wurde
als wichtiges Hilfsmittel entdeckt. Für viele Mädchen und
Frauen war dies inspirierend, da sie hier lernten durch
richtiges Auftreten Stärke auszudrücken.
Das in diesen Einheiten erfahrene
beschäftigte die Lehrgangsteilnehmer noch in der folgenden
Pause, was zu angeregten Diskussionen führte. Die
nachfolgende Einheit war nach Graduierungen getrennt.
Die Unterstufe übte bei Elke die
Grundlagen der SV, wobei hier im klar strukturierten Aufbau
Karatetechniken aus der Grundschule in einfache
Anwendungsmöglichkeiten übertragen wurden. Aber auch die
Anpassung der Stellungen an die jeweilige Situation wurde
erläutert und ausführlich trainiert.
Bei Bernd wurden Anwendungen aus den Kata
Kanku Dai und Kushanku, einer älteren okinawanischen Form
der Kanku Dai, geübt. Schnell offenbarte sich, dass die
Techniken der alten Form direkt in SV-Situationen angewendet
werden können.
Katasequenzen werden häufig als Abwehr
und Konter gegen Mae Geri, Oi Zuki, also Karatetechniken
erklärt. In der Realität wird mit diesen Techniken mit
großer Wahrscheinlichkeit nicht angegriffen.
Da aber Karate früher reine
Selbstverteidigung war, wurden Techniken entwickelt und in
den Kata aufgezeichnet, mit denen man sich auch in der
Wirklichkeit effektiv verteidigen konnte. Um dies zu
demonstrieren wurden dann Bewegungen, die in der
Kataausführung oft nur als Schlag oder Abwehr zu erkennen
sind, in Griffe, Hebel, Würger oder auch in Würfe verändert.
Das man diese Techniken, um sie einsetzen
zu können, regelmäßig üben muss, war allen Übenden schnell
klar.
Die letzte Einheit war den Erwachsenen
vorbehalten. Es ging um die Verteidigung gegen Angriffe mit
einem Messer. Das die Chancen gegen einen erfahren
Messerkämpfer sehr gering sind war allen klar, aber man hat
gegen Spontanangriffe schon die ein oder andere Möglichkeit.
Ganz wichtig dafür sind Präzision der Bewegungen und
Kontrolle des Messerarms. Auch der Stress in der Übung nimmt
zu, wenn der Partner ein „Messer“, auch wenn es nur aus Holz
oder Gummi ist, in der Hand hält. So wurden einige
grundsätzliche Verhaltensmuster und Abwehrtechniken gegen
verschiedene Angriffe geübt. Als Abschluss wurde von Elke
noch Qi Gong angeboten. Nach der intensiven Abgabe von
Energie durch harte Karatetechniken, war die daraus
resultierende geistige und körperliche Entspannung und die
Rückgewinnung der eigenen Energie sehr wohltuend.
Vielen Teilnehmern und auch Übungsleitern
wurde durch diesen Lehrgang die Möglichkeit einer anderen
Herangehensweise an unsere Karatetechniken gezeigt, die sie
gut in ihr regelmäßiges Training mit einbauen können. So
bleibt zu hoffen, dass man sich im nächsten Jahr wieder zum
Lehrgang in Haßloch sieht, um diesen ursprünglichen Weg des
Karate weiter zu beschreiten.
(Walter Klein) |