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Traditionelles
Neujahrstraining mit Bernd Otterstätter beim 1. JJJK in
Haßloch

Mit 44 Teilnehmern war unser Dojo in
Haßloch am 6. Januar zum traditionellen Neujahrstraining gut
gefüllt. Traditionell war das Training nicht nur deshalb,
weil die Übungen okinawanischen Ursprungs waren, sondern
weil es in dieser Form nun schon das 6. Mal in unserem Dojo
stattfand. Doch was ist es, das dieses Training vom üblichen
unterscheidet? Hierbei ging es vorrangig um Willensschulung,
muskuläre Ausbildung und Abhärtung des Körpers, weniger um
korrekte Technikausführung.
Willensschulung: Bernd ließ uns
mit Partner einander gegenüber aufstellen und zum Aufwärmen
wurden zunächst 2.500 Zuki angesetzt, 1.800 als Shoku-Zuki,
den Rest in Form von Sanbon-Zuki. Kräfte einteilen, trotzdem
möglichst harte Technikausführung, durchhalten und den
Partner motivieren waren unsere Aufgaben. Nach den oberen
Extremitäten ging es an die Tritte. Hundert Kombinationen,
jeweils bestehend aus Mae-, Yoko-, Mawashi- und Ushiro-Geri
waren gefordert. Diese erste Aufgabe der Charakterschulung,
den Kampf gegen unseren Körper, dessen Aufforderung zu
widerstehen, die Sache doch etwas lockerer anzugehen, haben
wir alle schweißgebadet und mit Bravour bestanden.
Muskuläre Ausbildung: Danach war
Training an Stationen angesagt. Mit Partner und Wechsel im
Minutenabstand, wurden die Makiwaras, Pratzen und Sandsäcke
bearbeitet. Um die Greifkraft zu trainieren, hat uns unser
Hanbo-Trainer Walter Klein spezielle mit Beton gefüllte
Röhren hergestellt, die von oben mit den Fingerspitzen zu
greifen sind und dann vor und neben dem Körper am langen Arm
zu heben sind. Auch seine „Keulen“ kamen zum Einsatz, das
sind ebenfalls mit Beton gefüllte Behältnisse, in die ein
Stock eingegossen ist. Um insbesondere die Armkraft zu
stärken, werden sie aufrecht gehalten, in alle Richtungen
vom Körper weggekippt, bzw. über den Kopf hinweg um den
Körper herum bewegt. Situps und Liegestützen gehörten
selbstverständlich auch zum Programm.
Abhärtung: Einige Stationen waren
besonders diesem Bereich zugeordnet. Mit dem Partner wurden
Shuto-Uke gegen die Handkanten sowie Kombinationen von Soto-
und Uchi-Uke mit Gedan-Barai, alles mit intensivem
Körperkontakt ausgeführt. Bei einer anderen Übung wurde die
Körperspannung geprüft, indem der Partner alle nicht
verletzungsgefährdeten Bereiche zu schlagen hatte. Auch galt
es, diverse Tritte an die Beininnen bzw. –außenseite an
besonders empfindliche Stellen auszuhalten. Nach dem Motto
„Schmerz ist geil“ überstanden wir mit viel Adrenalin im
Blut auch diese Form der Körperpflege.
Die herkömmliche hingegen erfolgte nach
3-stündigem Training um 13 Uhr erschöpft aber zufrieden
unter den Duschen. Das eigentliche Kagami Biraki begann
danach, obwohl noch 5 Tage vor dem 11. Januar, dem
eigentlichen traditionellen japanischen Termin, im
Vereinsheim. Wir sprachen uns Neujahrswünsche zu, löffelten
japanische Neujahrssuppe, prosteten uns mit Sake und heißem
Pflaumenwein mit Kampei, auf japanisch „trockne Dein Glas“
zu. Die Auswirkungen der muskulären Erschöpfung konnte man
kaum übersehen, denn ein Teil der Getränke schwappte durch
die zitternden Arme und Hände auf die Tischplatte. Aber dies
kündigte uns unser Meister Bernd Otterstätter bereits an –
es war für ihn ein Zeichen dafür, dass wir auch wirklich
alles gegeben haben. |