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Bericht vom Selbstverteidigungslehrgang in Erfurt  

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Selbstverteidigungslehrgang Teil II in Erfurt
incl. Gourmet-Kultur-Tour

Am Wochenende 10. auf 12. Februar machten sich Trainer und Übungsleiter aus dem RKV auf den weiten Weg nach Thüringen - mit dabei auch vier Karateka aus Montabaur.

Für die meisten der Gruppe fast wie Ausland, sah man dem Ende der Reise gespannt entgegen, da Teil eins des Selbstverteidigungslehrganges (Grundlagen) bei Frank Sattler und Dietmar Berger in Frankenthal schon beeindruckend gewesen war. Wie würde sich Teil zwei im Chikara-Club Erfurt entwickeln, zumal es jetzt um Verteidigung gegen Waffen gehen sollte?

Freitags abends wurde erst einmal der gänzlich unbekannten Innenstadt von Erfurt ein Besuch abgestattet. Alle waren von der Krämerbrücke und den toll restaurierten Renaissance- und Jugendstilhäusern begeistert.

Samstags morgens ging’s dann los. Schon in der Begrüßung ließ Frank durchblicken, dass ja wohl alle die Techniken aus Teil eins geübt hätten (Einige sahen verlegen unter sich!) und man also ohne Umschweife zu Teil zwei schreiten könne. Nun denn, es wagte keiner zu widersprechen und so starteten wir mit Selbstverteidigung gegen Stockangriffe.

Schon den Angriff mit einem solchen Gerät realistisch durchzuführen, bedurfte des einen oder anderen Eingreifens des Trainers. Und gar das Hineingehen in den Angriff erforderte anfangs doch etwas Überwindung. Eigentlich gibt es ja nur eine ganz begrenzte Anzahl von Angriffsmöglichkeiten, aber trotzdem konnte man viel falsch machen, vom zu langen Verharren in der Ausholposition bis zum Vernachlässigen der Sicherung der Waffe nach der erfolgreichen Verteidigung.

Es folgte ein Theorieteil bei Dietmar, in dem Fragen der Selbstverteidigung gegen Waffen und Waffenrecht angesprochen wurden. Sieben tödliche Zielpunkte für einen Messerangriff wurden gezeigt und darauf hingewiesen, was für Folgen das für die Stellung bei der Verteidigung gegen einem Messerangriff haben sollte.(Wer mehr wissen will, soll auf die Lehrgänge gehen!)

Nach guten Salaten oder Nudeln, im Chikara-Club von der Mannschaft des Clubs gekocht, ging es nachmittags in der Trainingspraxis um Messerangriffe. Vieles wiederholte sich (auch hier ist die Zahl der Angriffsmöglichkeiten eigentlich beschränkt). Frank ließ die Gruppe immer wieder durchwechseln und brachte so viel Bewegung hinein.

Gegen Abend kam dann der Höhepunkt: Pistolen. "Was soll ich mit Pistolen?" fragte sich mancher Karateka, "Da geht doch sowieso nichts!" Dietmar holte uns auf den Boden der Tatsachen zurück, indem er verschiedene Waffen vom Gasdruckgerät bis zur Automatikpistole zeigte und deren Funktionsweise erklärte. Welch verheerende Wirkung selbst eine Schreckschusspistole aus der Nähe abgefeuert haben kann, wurde wirkungsvoll demonstriert. Auch wie man mit einem kleinen Kniff eine Pistole außer Gefecht setzen kann wurde uns gezeigt. Dann ging es ans Üben. Ansatzlosigkeit war die Devise! Dass man durchaus eine Chance haben kann, sich gegen eine Pistole oder einen Revolver zu verteidigen wurde uns von Dietmar eindrucksvoll demonstriert!

Der Abend klang aus mit einem leckeren Buffet mit Thüringer Spezialitäten und Bierchen. Einige gingen noch in die Sauna, andere sahen sich im Dojoclub die Übertragung der olympischen Winterspiele an. Viele schliefen im Dojo. Leider - oder auch zum Glück - hatten uns Frank und Dietmar nicht gezeigt, wie man sich gegen einen schon um halb 6 klingelnden Wecker verteidigt! Wie gut für das Herrchen des Weckers, dass ansatzlose Bewegungen aus Schlafsäcken heraus doch mühsam sind!

Nach dem Frühstück im Dojoclub ging ein Teil der Gruppe zum Pistolenschießen in den direkt nebenan gelegenen Schießstand, der zweite Teil wurde von Frank nach Aufwärmübungen zur Verteidigung gegen mehrere Gegner in die Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten für Selbstverteidigung eingewiesen. Grundlage ist hier jeweils der ohne Ansage erfolgende Angriff. Die Angreifer wählen aus der Gruppe von Angriffen, die vorgegeben ist, ihren Angriff aus, der Verteidiger weiß nicht, welcher Angriff erfolgen wird. Das kann man mit zwei oder mehreren Angreifern, mit Kampfrichtern und ohne, mit reduzierter Anzahl von Angriffen oder freier Wahl durchspielen. Dies ist eine exzellente Möglichkeit, die gelernten Techniken einigermaßen realistisch zu üben.

Als Schluss- und für viele auch Höhepunkt folgte nun die Schießübung. Der Schießstand liegt im Keller eines Gebäudes neben dem Chikara-Club. Schon auf halber Treppe hinunter in den Keller hörte man die "Detonationen". Nicht vorstellbar, was mit Ohren passiert, neben denen ein solches Gerät ohne Gehörschutz abgeschossen wird! Viermal je drei Schuss mit verschiedenen Kalibern durften auf 15 Meter geschossen werden. Jeder war beeindruckt, wie viel Rückschlag der Schuss auslöst und wie schwierig es schon ist, auf nur 15 Meter die Scheibe zu treffen. (Von 12 Schuss nur 7 Treffer auf die Scheibe kam nicht nur einmal vor! Und nein, die beiden noch verbliebenen Mädels waren nicht die schlechtesten Schützen! So!)

In der Abschlussrunde gaben denn einige vormals sehr kritische Teilnehmer zu, dass das Schießen und die Beschäftigung mit den Waffen durchaus Sinn gemacht haben. Und wer nach der Trainingseinheit am Samstag Ambitionen gehabt hatte, den Helden zu spielen, der war sonntags eher kuriert! Alles hat ein Ende, so auch dieser Lehrgang. Schade! Einmal mehr haben Frank und Dietmar überzeugend einen kleinen Teil ihres Wissens weitergegeben. Wir freuen uns nun auf Teil III!

Für die Truppe aus Montabaur war das Wochenende aber mit dem Verlassen des Chikara Clubs noch nicht zu Ende. Sie wollten doch Erfurt auch bei Tag noch einmal sehen. Außerdem sprachen die Mägen eine deutliche Sprache! Also ging es in die Innenstadt zum "Schnitzler". Sehr zu empfehlen. Wie sagte einer der Montabaurer Esser: "Das Schnitzel war gut, aber doch zu groß für einen kleinen Mann!" Sprach´s und ließ es sich einpacken. Mit Schnitzeltüte wurden dann noch die absoluten Highlights Erfurts besichtigt: Dom, Severinskirche (leider zu), Marktstraße, Krämerbrücke! Die Montabaurer waren sich einig: Wir kommen wieder!

Susanne Thome
SKD-Montabaur

© 2006 by RKV

Zuletzt aktualisiert am 09.02.2008 20:03 Uhr

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