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Bericht vom Ausbildungsseminar Selbstverteidigung Teil III bei Frank Sattler und Dietmar Berger  

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Zwei Montabaurer in Thüringen
 Ausbildungsseminar Selbstverteidigung Teil III bei Frank Sattler und Dietmar Berger

Vom 19. Mai bis zum 21. Mai fand – diesmal in Wutha-Farnroda – der dritte Teil des Ausbildungsseminars für Selbstverteidigung bei Frank Sattler und Dietmar Berger statt. Besonderheit diesmal: Die Teilnehmer agierten draußen und in Straßenkleidung.

Am Freitagabend trafen 26 Teilnehmer aus ganz Deutschland ein – darunter auch mehrere Teilnehmer aus dem RKV. Es ging sofort zur Sache:

Auf der Ausschreibung war vermerkt: Messerabwehr mit blanker Klinge. Zuhause hatten die Montabaurer noch gedacht: Na, die wollen uns wohl in Strohballen damit werfen oder stechen lassen, die werden doch wohl nicht so kühn sein, und uns wirklich gegen scharfe Messer kämpfen lassen. Doch, sie waren so kühn! Und – oh Wunder, es klappte!

Nach einer Schlafsackübernachtung im Heuboden ging es erst zum Frühstück und direkt danach – wir wollten ja realistisch trainieren - zum Waldlauf in Straßenkleidung. Alle kamen an, die einen früher, die anderen später. Den gesamten Morgen beschäftigten wir uns mit dem Messer und verschiedenen Möglichkeiten, es abzuwehren. Dabei wiesen uns Frank und Dietmar immer wieder auf die karatespezifischen Elemente hin: Kompromisslose Technik mit Kime, Ausweichbewegung, Körpereinsatz, Zanshin. Um das Messer besser einschätzten zu können, wurden auch Angriffe geübt: Ein Heuballen bietet ungefähr den gleichen Widerstand wie ein menschlicher Körper. Nach dieser Übung wurde es uns umso klarer, dass eine Messerabwehr nicht nur schön aussehen darf!

Der zweite Teil im Wald beschäftigte sich mit Fesselarten und verschiedenen Möglichkeiten, einen Angreifer zu fixieren. Hier wurde der Ausspruch geprägt: „Kuscheln mit Frank tut weh!“. Einmal mehr wurden die drei Mottos der Selbstverteidigung deutlich: Üben, Üben, Üben!

Nach dem Mittagessen kam der Punkt: Ausbildung mit „Überraschungen“. Die Montabaurer hatten sich darunter so etwas wie „Dunkle Gestalten springen unverhofft aus dem Busch“ vorgestellt. Stattdessen gaben uns Frank und Dietmar einen Einblick in einen Bereich, der sonst selten thematisiert wird: Angriffe durch Hunde. Waren im theoretischen Teil einige Teilnehmer noch höchst pikiert, dass die Abwehr eines Hundeangriffes selbst für geübte Karateka im Tot stellen (ganz ruhig stehen bleiben) bestehen sollte, so belehrte sie die Vorführung des örtlichen Hundeclubs mit drei Hunden größerer Bauart doch schnell eines besseren. Mehrere Karateka stülpten sich Schutzkleidung über und gelangten im Praxistest zu der Einsicht, dass auch der Nasenstüber nicht viel ausrichtet und man froh sein kann, wenn man von 50 kg geballter Energie überhaupt auf den Beinen gelassen wird.

Im Teil zwei der Überraschungen benutzten wir Feuerlöscher zur Abwehr von Angriffen. Für den, den der Sprühnebel trifft, keine angenehme Erfahrung. Eine Verabredung mit einem CO2-Löscher hinterlässt unangenehme Folgen in Form von Erfrierungen. Warum Frank und Dietmar im Rahmen einer Selbstverteidigungsausbildung den Feuerlöscher thematisieren? Sicher, wir sind Karateka, aber wenn wir Hilfsmittel nutzen können, warum sollen wir das nicht tun?

Der Nachmittag klang aus mit konzentriertem Üben der Messerabwehr mit und ohne Hilfsmittel: Regenschirm, Plastiktüte und Seil halfen, die Angriffe abzuwehren. Um viertel nach 6 war dann die Luft raus und jeder war froh, eine Dusche und anschließend frische Kleidung genießen zu dürfen.

Der Sonntag tagte. Aus dem Heuhotel hörte man allenthalben Jammern und Zähneknirschen! Der Muskelkater schlug zu: Die Mae-Geri mit stabilem Schuhwerk hatten die Oberschenkel nachhaltig beeindruckt! Die ersten Anlaufversuche beim Aufstehen konnten beileibe nicht als elegant bezeichnet werden!

Nach dem Frühstück fuhren wir zum Schießplatz. Hier wurden zwei Gruppen gebildet: Gruppe eins beschäftigte sich mit Langwaffen (Trappschießen: Wahrscheinlich wäre die Trefferwirkung größer gewesen, wenn wir mit den Waffen geworfen hätte!), Gruppe zwei bekam Nachhilfe in Erster Hilfe. Nach gegebener Zeit wurde gewechselt.

Den Montabaurern hat auch der dritte Teil der Ausbildung ausnehmend gut gefallen! Die Gruppe wurde freundlich und fachmännisch betreut. Ein tolles Wochenende, schade, dass es vorbei ist! Nun heißt es: Üben, Transfer in den Verein, Aneignung. Danke an das Erfurter SV-Team, danke an alle, die dabei waren!

Susanne Thome
SKD-Montabaur

© 2006 by RKV

Zuletzt aktualisiert am 09.02.2008 20:03 Uhr

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