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5.
Internationaler Pfingstlehrgang beim SKR Germersheim
Am
Pfingstwochenende trafen sich 200 Karateka aus ganz
Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich, Luxemburg,
Frankreich, Italien, der Schweiz und sogar Norwegen zum
gemeinsamen Training in Germersheim. Pino Arcieri war es
wieder gelungen, das hochkarätige Team aus drei Meistern des
Shotokan-Karate für den zweitägigen Lehrgang zu gewinnen:
Sensei Dario Marchini (6. Dan), Sensei Carlo Fugazza (7. Dan)
und Shihan Hiroshi Shirai (9. Dan), die extra aus Mailand
angereist waren. Carlo Fugazza und Dario Marchini (selbst
mehrfacher Weltmeister in Kata) sind wie Pino Arcieri Schüler
von Shihan Shirai, einem der höchsten Dan-Träger der Welt, der
mit seinen 67 Jahren noch jeden Tag mehrere Stunden lang
gemeinsam mit seinen Schülern trainiert.
Für den Lehrgang waren drei Hallen angemietet worden, wo dem
Niveau der Sportler entsprechend in drei verschiedenen Kursen
trainiert wurde (8.-6. Kyu, 5.-1. Kyu, Dan). Jeder Kurs wurde
abwechselnd von jedem der drei Trainer unterrichtet. An beiden
Tagen waren zwei Trainingseinheiten von jeweils zwei bzw.
eineinhalb Stunden angesetzt.
Neben umfangreichem Kihon hatten die Senseis Shirai, Fugazza
und Marchini in diesem Jahr wieder mehrere Katas für jede
Trainingsstufe ausgewählt, die in Technik und Anwendung
intensiv behandelt werden sollten. Für die Unterstufe waren
dies die Heian-Katas Nidan, Sandan und Yondan. Der Schwerpunkt
lag hier auf der korrekten Ausführung der Techniken und
insbesondere einem festen Stand im Kokutsu-Dachi. Bei den
Partnerübungen wurde besonderer Wert auf die richtige Distanz
bei Angriff und Abwehr gelegt.
Die Mittelstufe bis 1. Kyu übte Heian-Godan, Tekki-Shodan und
Bassai-Dai. Da viele Blaugurte Tekki-Shodan noch nicht
beherrschten, verwendete Sensei Fugazza viel Zeit auf das
Erlernen der Kata. Sensei Marchini zeigte später das
entsprechende Bunkai.
Die Dan-Träger befassten sich mit den nicht so häufig
trainierten Katas Chinte und Jiin. Sensei Marchini
konzentrierte sich im Kihon und Partnertraining als
Vorbereitung auf die Katas auf die Ausführung von Haito und
Shuto in großen Bewegungen und zeigte Chinte. Sensei Fugazza
stellte Jiin vor. Beide Katas wurden dann von Shihan Shirai
wieder aufgenommen und vertieft.
Shihan Shirai setzte in der Mittel- und Oberstufe seinen
Schwerpunkt auf die Verknüpfung von Kata und Kumite:
Anwendungen aus den ausgewählten Katas wurden in der Art des
Jyu-Ippon-Kumite ausgeführt. Bei diesem Kata-Kumite wird das
Bunkai nicht mehr nach dem Embusen ausgeführt - Die Techniken
aus der Kata sind noch zu erkennen, werden jedoch auf einer
Linie mit verschiedenen Angriffs- und Abwehrtechniken des
Gegners kombiniert, wodurch realitätsnahes Kumite entsteht.
Shihan Shirai achtete besonders auf kraftvolle Angriffe mit
festem Stand und korrektem Abstand, bei denen der Körper in
der Lage sein musste, sofort in die nächste Technik zu
wechseln. Außerdem betonte der Meister die Bedeutung des Hara
, dem Zentrum der geistigen und körperlichen Kraft, für die
wirkungsvolle Ausübung des Karate. Bis der Karateka in seiner
Mitte ruht, d. h. den vollendeten Hara erreicht hat, ist
jahrelange Übung notwendig. Dazu gehört Selbsterkenntnis und
vor allem Selbstdisziplin. Die Lehre des Hara ist das
grundlegende Prinzip der japanischen Erziehung.
Am Sonntagnachmittag wurden die Meister unter großem Beifall
der Karateka verabschiedet. Shihan Shirai bedankte sich bei
Sensei Arcieri und allen Teilnehmern und lobte besonders das
hohe technische Niveau der Karateka und die familiäre
Atmosphäre in Germersheim, in die er im nächsten Jahr gerne
wieder zurückkommen möchte.
Dieser anspruchsvolle Lehrgang, auf dem die drei Meister
wieder Kampfkunst in Vollendung demonstrierten, war für alle
Beteiligten wieder ein voller Erfolg und wird als fester
Bestandteil des Jahresprogramms beim SKR Germersheim auch in
den nächsten Jahren am Pfingstwochenende durchgeführt werden.
Sigrun Titz
Pressereferentin SKR Germersheim e.V. |