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Bericht vom Breitensportlehrgang mit Jamal Measara in Maximiliansau  

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Breitensportlehrgang mit Jamal Measara in Maximiliansau

Am 09. April fand in Maximiliansau der zweite Breitensportlehrgang des RKV des Jahres statt. Referent war Jamal Measara. Für den Vertreter des Okinawa Shorin Ryu Seibukan und denn Rheinland Pfälzischen Karate Verband war dies die erste Zusammenarbeit.  Um es vorwegzunehmen mit Sicherheit nicht die Letzte, denn es war ein toller Lehrgang der im nächsten Jahr bestimmt wiederholt wird.

Da J. Measara in RKV Kreisen noch nicht sehr bekannt ist, konnten der Veranstalter und auch der Ausrichter der KV Samurai Maximiliansau e.V., dennoch sehr zufrieden, ca. 50 Teilnehmer begrüßen.

Jamal Measara wurde 1949 in Malaysia geboren. Schon sehr früh bekam er Unterricht in den indischen Künsten des Stockkampf "Selambam" und der Schlagtechniken der "Vajara Musthi" ( "Diamantenfaust" ). Mitte der sechziger Jahre kam Measara zum ersten Mal mit Karate in Kontakt. Von da an lernte er die Karatesysteme vieler verschiedener Stilrichtungen kennen, war zu Beginn der Siebziger Jahre Landesmeister und vertrat die malaysische Nationalmannschaft bei der 2. WM in Paris. Nachdem er viele andere Stilrichtungen kennengelernt hat, trainiert und unterrichtet Measara bis heute die von anderen Karatestilen gänzlich unbeeinflusste Stilrichtung Okinawa Shorin-Ryu Seibukan von Großmeister Zenpo Shimabukuro .

Auch beim Kobudo entschied er sich, zur "reinen" Okinawa-Version überzuwechseln : Er wurde Schüler von Sensei Katsuyoshi Kanei , der als Träger des 9. Dan gleichzeitig Vizepräsident des Okinawa Kobudo Renmei - Verbandes und Meisterschüler von Shimpo Matayoshi (10. Dan Kobudo) war. Jamal Mesara, der seit 1980 im bayerischen Kelheim ansässig ist, ist Gründer des Bayerischen Shorin-Ryu Seibukan Karateverbandes (e.V.), der Shorin-Ryu Seibukan Karate Union Deutschland (e.V.) und des Europäischen Shorin-Ryu Seibukan Karate Verband (e.V.). Ferner gründete Measara die Organisation T.O.K.O. für traditionsverbundene Anhänger des Karate und Kobudo.

Mit seiner außerordentlich freundlichen, entgegenkommenden und zurückhaltenden Art und seinem großen Wissensschatz über die Entwicklung der Kampfkünste konnte Jamal Measara die Teilnehmer in seinen Bann ziehen.

Das Hauptthema seiner Einheiten war die Kata und ihre Anwendungen.

J. Measara vermittelte in den einzelnen Einheiten, die in Unter- und Oberstufe unterteilt waren, die alten Formen verschiedenster Shotokan Kata und zeigte dabei Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten. Er erklärte, dass die Unterschiede der Ausführung der einzelnen Techniken nicht sehr groß sind, da ja bekanntermaßen das Shotokan aus dem alten okinawanischen Shorin Ryu hervorging.

Für die Unterstufe hatte Jamal Measara die Kata Pinan Shodan (Heian Nidan) und Pinan bzw. Heian Sandan ausgewählt. Die Abläufe wurden geübt und dann, mit dem Partner, die Anwendungen erarbeitet. Da die Bewegungen des okinawanischen Karate nicht so sehr körperausbildend sind wie die des Shotokan und auch die Stellungen schon in der Kata mehr auf die Anwendung ausgerichtet sind, waren für die Schüler die Anwendungen viel schneller erkennbar.

Die Oberstufe übte die Kata Tomari no Wansu (Empi) und Tomari no Passai. In der Passai konnten noch sehr gut die Gemeinsamkeiten mit der Bassai Dai erkannt werden aber die Wansu ist dagegen schon sehr unterschiedlich zur heute geübten Empi. Gerade der in der Empi als charakteristisch bezeichnete Age Zuki kommt in der alten Form überhaupt nicht vor. Measara erklärte, dass diese Technik von Nagamine Shochin in die Wansu seines Matsubayashi Ryu eingeführt wurde. Aber auch dort wird diese Form nach seinem Tod nicht mehr gelehrt.

Die einzige Gemeinsamkeit der Tomari no Wansu mit der Empi, ist der Wurf am Ende der Kata, der in der Shotokan Variante zu einem Sprung mutiert ist. Obwohl beim üben der Anwendungen beider Kata, aus zeitlichem Mangel nicht sehr in die Tiefe gegangen werden konnte, zeigte Jamal Measara das ein Block nicht immer ein Block und ein Schlag nicht immer ein Schlag sein muß. Man kann aus beiden Techniken auch sehr effektive Hebel-, Halte- oder Würgetechniken machen. Auch auf das Einnehmen der richtigen Position zum Gegner wird in den alten Formen viel mehr hingewiesen. Deshalb findet man dort auch viel häufiger Kiba- oder Shiko Dachi, die eine seitliche Position zum Angreifer zu lassen.

Zwischen den Karateeinheiten hatten alle Teilnehmer auch noch die Möglichkeit in eine Bo Kata reinzuschnuppern. Es wurde, in Etappen, die Kata Shoun no Kon gelernt und sofort, zu den einzelnen Sequenzen, die Anwendung mit einem Partner geübt.

Nachdem alle Einheiten absolviert waren, hatten dann die interessierten Schüler noch die Möglichkeit Jamal Measara über verschiedene Aspekte der Kampfkunst zu befragen, was auch sehr rege genutzt wurde. Nach einer freundschaftlichen Verabschiedung war dieser Lehrgang auch schon wieder beendet und man war sich einig diesen, im nächsten Jahr, zu wiederholen.

Ich kann nur jedem, der sein Verständnis des Karate erweitern möchte, empfehlen sich einmal auf Lehrgängen von „alten“ erfahrenen Meistern wie Fritz Nöpel, Jamal Measara, Carlos Molina, Albrecht Pflüger oder Lothar Ratschke, ein eigenes Bild zu machen.

In diesem Sinne, auf ein Wiedersehen beim nächsten Breitensportlehrgang im RKV.


Bernd Otterstätter
RKV-Breitensportreferent

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Zuletzt aktualisiert am 09.02.2008 20:03 Uhr

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