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RKV-Breitensportlehrgang mit Fritz Nöpel und Michael Hoffmann
in Schifferstadt

Bereits zum 7. Mal wurde
im RKV die Breitensport-Saison traditionsgemäß von Karate
Pionier Fritz Nöpel und Goju Ryu Stilrichtungsreferent Michael
Hoffmann, in Schifferstadt eröffnet. Trotz nächtlichem
Schneefalls nahmen, am 19. Februar, 70 Karateka die Fahrt auf,
um noch rechtzeitig zur ersten Trainingseinheit vor Ort zu
sein. Diese Karateka konnten sich dann auf jeweils vier
Trainingseinheiten pro Gruppe (Unter- und Oberstufe) freuen.
Mit seiner
außerordentlich freundlichen und entgegenkommenden Art und der
unermesslichen Anzahl von Anekdoten und Wissen, gelang es
Fritz in kurzer Zeit die Teilnehmer zu begeistern.
Das
Hauptthema seiner Einheiten waren natürlich wieder die alten
Werte des Karate. In den praktischen Einheiten vermittelte
Fritz die Selbstverteidigung (SV), wie sie aus den
Karatetechniken abgeleitet werden kann. Dabei ging er sehr
intensiv auf den sicheren Stand ein. Es sollte jedem klar
sein, dass ohne einen sicheren Stand keine starke Technik
angewandt werden kann. Die Stände der SV unterscheiden sich
dabei deutlich von den Ständen, die wir Karateka (speziell
Shotokan Stilisten) normalerweise vom Kihon, von der Kata oder
vom Kumite (Wettkampf) gewohnt sind. Alle Stände werden in der
SV viel höher eingenommen, behalten dabei aber ihre
Prinzipien, wie Gewichtsverteilung, Körperausrichtung usw.
bei. Fritz ließ uns dazu verschiedene Bewegungsmuster, meist
mit Partner üben.
Des weiteren wurden, auf
vielfachen Wunsch, wiederum die einzelnen Tierstile in den
Karate-Techniken erläutert und mit verschiedenen
Partneranwendungen geübt. Dieses Jahr waren der Drache und der
Kranich an der Reihe. Der Drache kämpft listenreich mit
ausgefahrenen Krallen, weshalb bei ihm sehr viele
Handtechniken mit offenen Händen zur Anwendung kommen. Auch
die Drachenfaust, eine Art des Nakadaka Ken, wird dabei
natürlich häufig benutzt. Der Drache kann auch nur mit List
und mit Finten bekämpft werden. Der Kranich weicht den
Angriffstechniken durch seitliche Bewegungen (auch Sprüngen)
aus. Hierbei kommen häufig Überkreuz-Stellungen, wie Kosa
Dachi, Kake Dachi oder Benzoku Dachi aber auch
Einbein-Stellungen Sagiashi Dachi, im Shotokan in der Kata
Gangaku geübt, vor. Viele Blocktechniken des Kranichs werden
mit gestreckten Armen in kreisrunden Bewegungen ausgeführt,
was den Flügelschlag des Kranichs symbolisieren soll. Die
Waffen des Kranichs sind zum Schnabel geformte Finger, Washide,
Ippon Ken, Nukite usw. sowie kurze Fußtritte im Gedan Bereich
wie z. B. Kansetsu Geri.
In
einer eigens durchgeführten Mondo Einheit, beantwortete Fritz
allerlei Fragen zum Thema Karate und andere Kampfkünste. Die
Spanne reichte dabei vom Wert der Kataübung heute über
warum so viele verschiedene Stile bis zu technischen Fragen.
Michael spannte in seinen Einheiten den Bogen vom
Wettkampfkumite zu verschiedenen SV-Übungen. Dabei kamen auch
sehr viele Bewegungen und Konzepte der Goju Ryu Kata zum
Einsatz. Wurftechniken und Hebel wurden eingefügt und
ausführlich geübt.
Die Teilnehmer durften
sich auch über das Erlernen einer, für die meisten, neuen bzw.
ungewohnten Kata freuen. Obwohl die Seisan auch im Shotokan,
unter dem Namen Hangetsu bekannt ist und man sehr einfach
Parallelen im Ablauf erkennen kann, ist die Technikausführung,
gerade für Anhänger des Shotokan sehr unterschiedlich. Alle
Blockbewegungen werden dabei viel runder und meist auch kürzer
ausgeführt und man erkennt viel schneller den SV-Charakter
darin. Diese Eigenschaft ist in den meisten heute ausgeführten
Shotokan-Kata, leider nicht mehr vorhanden.
Nachdem alle Einheiten
absolviert waren konnten sich die Teilnehmer mit neuen oder
auch bekannten, dafür vertieften Eindrücken auf den Heimweg
machen und ich bin sicher, man wird sich nächstes Jahr wieder
treffen, wenn es wieder heißt: Die Breitensport-Saison ist
eröffnet
Bernd Otterstätter
RKV-Breitensportreferent |