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"Fördern durch Fordern!

Unter diesem Thema fand das diesjährige Praktikerseminar vom
14. 16.10.2005 unter Leitung von Helmut Spitznagel,
Bundesjugendreferent vom DKV, in der Sportschule
Schifferstadt. Statt. 21 Teilnehmer von mehreren Vereinen und
aus verschiedenen Stilrichtungen nahmen dieses mal teil.
Veranstalter war die Karatejugend des RKV, auf dem Seminar
vertreten durch Thomas Hild und Leo Stibitz, Organisator der
Veranstaltung war Marco Müller vom Karatesportverein Trier
e.V.
Untergebracht waren wir in der Sportschule Schifferstadt in
netten, sauberen Zimmern mit Fernseher, für dessen Benutzung
wir allerdings keine Zeit und Muse hatten, doch dazu später
mehr.
Nach Ankunft und einem ersten gemeinsamen Abendessen am
Freitag Abend haben wir uns in einer kleinen Vorstellungsrunde
bekannt gemacht. Uns wurden die Fragen gestellt, was wir als
Trainer ganz abschaffen, ein wenig verändern oder gerne neu
einführen wollten. Durch diese offenen Fragen entstanden
kleinere Diskussionen mit verschiedensten Schwerpunkten.
Angefangen von Co-Trainerlizenzen, über speziellen
Trainingsaufbau für Kinder mit ADS oder Behinderungen, oder
aber welches Karate für welches Kind, wieviel Karate kann ich
meinen Schülern zumuten, bis hin zu verschiedensten
Jugendmaßnahmen in den Vereinen.
Helmut Spitznagel stellte uns den Overball vor. Einen
leichten, weichen Silikon-Ball, der durch seine
Oberflächenbeschaffenheit die sinnliche Wahrnehmung fördert.
Halb aufgeblasen lassen sich mit ihm unzählige spielerische-
und sportartspezifische Übungen für das konditionelle und
karatespezifische Anforderungsprofil durchführen. Auch stellte
Helmut Spitznagel uns die neue Prüfungsordnung vom DKV vor,
die er als Printversion und als Multimedia-DVD vorliegen
hatte.
Als zu fortgeschrittener Stunde die Aufmerksamkeit nachließ,
gingen wir zum gemütlichen Teil über. Die Seminarteilnehmer
trafen sich nochmals beim Bulgaren um die Ecke, wo dann doch
der eine oder andere etwas länger hängen blieb und sich der
kleine Hunger meldete. Da es am nächsten Morgen um 09:00h
schon mit Praxis weitergehen sollte, hat bei den meisten die
Vernunft gesiegt und wir haben uns in Orpheus Arme begeben.
Nach einem leckeren Frühstück am nächsten Morgen, haben wir
uns auf der neuen DKV-DVD vom Prüfungsprogramm für Kinder das
Programm für den 9.KYU angeschaut und sind dann hoch motiviert
in die Sporthalle gegangen.
In der ersten praktischen Seminareinheit wurden den
Teilnehmern verschiedene Spielbausteine mit dem Overball von
Helmut Spitznagel vorgestellt und anhand von praktischen
Übungen näher gebracht. Das Spektrum geht von Ausdauerschulung
über Gewandtheit- und Geschicklichkeitsschulung bis hin zu
karatespezifischen Übungen. Ohne Rücksicht auf die
verschiedenen Gradierungen der Teilnehmer wurde zusammen mit
Freude und Spaß trainiert. Danach ging es zum Mittagessen, bei
dem wir die Gelegenheit hatten, die letzten 2 Stunden Revue
passieren zu lassen und eigene Erfahrungen aus der Praxis
auszutauschen. Nach einer wohltuenden Pause in der Sonne wurde
uns das neue Prüfungsprogramm vom 8.Kyu für Kinder gezeigt.
Anschließend hat uns Helmut Spitznagel Trainingsgrundsätze in
der Reihung von Lernschritten und ein vielseitiges Kata-
Training für Kinder in der Sporthalle ans Herz gelegt. Bei dem
vielseitigen Kata- Training gibt es die 5 Stichpunkte:
Erlernen Verbessern Stabilisieren Variieren - Anwenden
Für viele neu war auch die Kurzform der Kata, bei der in 2
Winkeln á 45 Grad alle Techniken der Kata in Kurzform gezeigt
werden, und dies dann auch in der Anwendung mit nur 3
Teilnehmern geübt werden kann.
Der
Samstag fand seinen Abschluss in einem gemeinsamen Abendessen
und anschließendem Besuch der hauseigenen Kegelbahn. Dort
konnten wir endlich schöne tiefe Stände und weite
Ausholbewegungen für Morote-Uchi Uke üben. Begünstigt wurde
das Training durch die Reichung von Elektrolytgetränken aus
Gersten-, Traubensaft und Kräutern. Auch wenn an diesem Abend
so manche mathematische Grundrechenart beim Errechnen der
Gesamtpunktezahl auf den Kopf gestellt wurde, waren die
Teilnehmer von dem Kegelabend begeistert.
Nach der zweiten erholsamen Nacht und einem letzten Frühstück,
wurde uns von der neuen DVD des DKV Prüfungsprogramms der
7.Kyu gezeigt. Danach haben wir die Abschlussbesprechung etwas
vorgezogen. Die Teilnehmer äußerten sich durchweg alle positiv
zu dem Seminar, das jetzt so in dieser Form zum 4. Mal
stattgefunden hat, was allein schon für die Qualität dieses
Seminars spricht. Die Jugendarbeit sollte mehr gefördert
werden und im Training der Bereich für Kräftigung, der
koordinativer und der spielerischer Bereich müssten verstärkt
werden, damit die Kinder und Jugendlichen eine gesunde
sportliche Basis für ihre Zukunft mitbekommen.
Im Anschluss an die Abschlussbesprechung hatten wir die
letzten beiden Praxis-Stunden, in denen uns Helmut Spitznagel
verschiedenste Übungen zur Mobilisation, Lauf- und
Sprungkoordination mit dem Karategürtel, Dehnmethoden,
Körperstabilisation und Gleichgewichtsschulung, allgemeine
Überkreuzkoordination und einen Parcours für
Lauf-/Armkoordination, Hüpf-/Sprungkoordination und Kumite
zeigte. Auch wurden dabei Trainingsmethoden mit
Alltagsgegenständen wie Wäscheklammer oder Plastiktüte
gezeigt. Leider waren nicht alle Plastiktüten farbecht und so
zeigte sich der Zustand eines Teilnehmers vom Vorabend nachher
auch in seinem Gesicht und auf seinem Gi.
Zum Schluss meines Seminarberichtes möchte ich mich gerne im
Namen aller Teilnehmer zum einem bei Helmut Spitznagel für ein
informatives und interessantes Seminar und bei Marco Müller
für die hervorragende Organisation bedanken.
Sigurd Liebeskind
Jugendwart KST Trier e.V. |