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Internationaler Shotokan-Cup 2004 in Mendig
Mit knapp
600 Einzelstarts und 50 Teams hat
Shotokan-Stilrichtungsreferent und Ausrichter Gunar Weichert
einmal mehr unter Beweis gestellt: der Internationale
Shotokan-Cup hat sich neben den deutschen Meisterschaften, dem
Krokoyama-Cup und den German Open zu den Highlights im
DKV-Wettkampfkalender als feste Größe platziert.
Trotz einer 20%-igen Steigerung der Teilnehmerzahl, behielt
das Orga-Team des Deutschen Karate Verbandes
und die Mannschaft um Ausrichter Gunar Weichert
jederzeit den Überblick und unterstrich damit ebenfalls die
Wertigkeit dieses Turniers.
Auch wenn nun sicherlich
ein Grenzwert der Teilnehmerzahl erreicht wurde und der
Zeitplan einen langen Tag auf den Mendiger Tatamis
versprach, konnten die Wettkämpfe ohne größere Verletzungen
und unnötige Verzögerungen für alle Beteiligten zügig
durchgeführt werden.
Neben den Kämpfern aus
England, den Niederlanden, Luxemburg, Frankreich - und
natürlich aus vielen Regionen Deutschlands - unterstrichen
auch die von weit her angereisten Teilnehmer aus Litauen
und Estland den internationalen Ruf des Turniers und
sorgten für ein entsprechendes Niveau und interessante
Kämpfe.
Jugend
Kata
Das Turnier startete mit den Wettbewerben der
12-13jährigen. Bei den Mädels dieser Altersklasse gingen mit
acht Teilnehmern in zwei Pools die meisten
Rheinland-Pfälzerinnen an den Start. Wirklich mitmischen
konnten aber nur die Kadermitglieder Beate Tran
(Budokan Kaiserslautern), Jasmin Klein und Isabell
Gawlick (beide PSV Ludwigshafen). Jasmin scheiterte
jedoch in der Trostrunde und kam auf einen undankbaren 5.
Platz. Isabell und Beate trafen in der
Trostrunde aufeinander, wobei sich Isabell (3. der Schüler DM)
durchsetzte und Bronze holte.
Bei den 14-15jährigen
Mädchen gingen gleich 3 Starterinnen aus dem Bereich des RKVs
an den Start. Kader-Mitglied Laura Portune (VT
Böhl) schied in Runde 3 gegen Isabell Stenzel vom Judokan
Frankfurt aus. Team-Kollegin Stefanie Kofeldt (Budokai
Worms) hingegen traf in Runde 2 auf Pia Schmidt
vom VT Zweibrücken. Hier setzte sich Pia durch. Die weiteren
Begegnungen und die gute Leistungen ließen auf Edelmetall
hoffen, und trotz eines verloren Poolfinales konnte sich Pia
dann schließlich auch die Bronze-Medaille erkämpfen.
In der Gruppe I (16-17
Jahre) der Mädels gingen mit Katrin Menzfeld (SKV
Speyer) und Phillis Löwe (SKR Germersheim)
gleich zwei RKV-Kader Athletinnen an den Start. Katrin
traf nach einem Freilos auf ein alte Bekannte: Sarah Wachter
vom Judokan Frankfurt, die im vergangenen Jahr ebenso wie
Ihr Bruder Martin, der sich bei den 12-13jährigen gegen die
Konkurrenz durchsetzte - noch für den RKV-Kata-Kader gestartet
waren. Katrin setzte sich aber durch und erst in Runde 3
musste sie der späteren Dritten den Vorrang geben. Phillis
hingegen war sehr gut drauf und überzeugte in allen Kämpfen.
Daher verwunderte es auch nicht, dass sie sich den
Stilrichtungstitel nicht mehr nehmen lies.
Bei den Jungen lief es
für den Vorjahressieger Stefan Köhler (PSV
Lhafen) glänzend. So verwunderte es auch niemanden, dass das
Finale letztlich eine Neuauflage des Finales der Jugend-DM vom
Sommer war. Leider mit dem gleichen Ergebnis: Stefan unterlag
trotz Superleistung dem Frankfurter Roman Sztyler und musste
sich daher mit Silber zufrieden geben.
Jugend
Kumite
Bei den 12-13 jährigen Jungen -1,55 m fehlte, wie
auch in der Kata, verletzungsbedingt Vorjahressieger
Michael Rieb vom SKR Germersheim. Jedoch blieben
die Medaillen-Hoffnungen für den RKV nicht unerfüllt. Der KSV
Wirges von Kumite-Landestrainer Norbert Schmidt schickte
Benedikt Leinweber ins Rennen und dies war auch gut
so. Souverän ließ er alle seine Gegner als Verlierer von der
Tatami gehen und sicherte sich somit die erste und einzige
Kumite- Goldmedaille des Tages für den RKV.
Bei den Mädels gingen in
8 Begegnungen gleich fünf RKVler an den Start. Eine
ungünstige Pool-Zusammensetzung hatte dann zur Folge, dass
sich im Poolfinale mit Sina Brauch (GR
Schifferstadt) und Tamara Strütt (1.JJJKC
Hassloch) zwei junge Damen aus der Pfalz gegenüberstanden, die
sicherlich beide auch im Finale hätten kämpfen müssen. Aber so
ist das Spiel mit dem Los. Sina bewies, dass nicht nur
Shotokaner den Cup gewinnen können. Sie verwies Tamara auf
Platz 3 und sicherte sich den Titel -1,55m.
Auch bei den Größeren
gab es Titel-Hoffnungen, wobei sich letztlich von insgesamt 6
männlichen RKV-Startern nur Martin Streifel (NBA
Mutterstadt) durchsetzen konnte. Lediglich Islam Garnijew vom
Nippon Bremerhaven konnte ihn stoppen und so gab es leider
nur Silber.
Bei den Mädels standen
die Chancen auf Edelmetall auch nicht schlecht: Jasmin
Klein (PSV Lhafen) wollte nach dem unglücklichen Platz 5
in der Kata zumindest ihren Kumite-Titel des Vorjahres
verteidigen. Alles schien darauf hinaus zu laufen, jedoch
hatte Lisa Ludewig aus Thüringen einiges dagegen und so
musste sich Jasmin letztlich auf Platz 2 verweisen lassen.
In der Alterklasse von
14-15 Jahren gab es lediglich eine Erfolgmeldung: der
Vorjahresdritte Jonathan Horne (Funaskoshi
Kaiserslautern) knüpfte an die Leistungen bei der Jugend-DM an
und erzielte auch hier mit sehr guten Techniken den 3.Platz.
Laura Portune vom VT Böhl konnte sich in ihrem
Pool nicht durchsetzen, wohingegen die Dritte der diesjährigen
Schüler DM Ebru Koca aus Wirges Ihren
Pool dominierte und sich lediglich im Finale geschlagen geben
musste.
Schließlich warteten nur
noch die 16-17-jährigen auf ihre Chancen. Bei den jungen Damen
gingen Doreen Harke (PSV Lhafen) und die Dritte
der Jugend-DM und Vorjahres-Zweite Anjela Tazidinova
(KSV Trier) als Mitfavoritin an den Start. Beide schienen
keinen guten Tag erwischt zu haben, und mussten sich nach
Runde Zwei geschlagen geben.
Bei den jungen Männer
lief es nur für Vorjahressieger Martin Schoppel
vom Goju-Ryu Schifferstadt nahezu glatt. Lediglich im Finale
fand er einen stärkeren Gegner, der ihn auf Platz 2 verwies.
Stefan Köhler (PSV Lhafen) scheiterte in Runde
zwei und Ekrem Koca (KSV Wirges) musste sich
durch die Trostrunde kämpfen, um sich dann neben Martin wenn
auch eine Stufe tiefer - aufs Treppchen stellen zu können.
Senioren Kata
Bei den Damen startete Meltem Develioglou
vom gastgebenden Dojo Mayen / Mendig als Erste, schied aber
bereits in der ersten Runde gegen die spätere Fünfplatzierte
aus. Désirée Titz (RKV) hingegen hatte einen
besseren Tag: Nach einem Freilos in Runde 1 machte ihr die
erste Gegnerin vom KD Lich (HES) keine Probleme. In der Runde
3 scheiterte die Germersheimerin dann aber an der späteren
Vize-Cup-Siegerin vom BC Achern (BW). Durch den Poolsieg Ihrer
Gegnerin hatte Désirée aber noch die Möglichkeit, sich auf das
Treppchen zu kämpfen; und diese Chance nutze sie dann auch und
erreichte einen soliden 3.Platz.
Die RKV-Herren hatten
weniger Erfolg. Kennichi Sato (Budokan KL) und
der für den RKV startende Konzer Sebastian Walter
konnten nach einem Freilos in der ersten Runde lediglich einen
Kampf für sich entscheiden und mussten sich in Runde 3 dem
starken Mitstreitern geschlagen geben. Bei den Senioren ab 40
startete Martin Hartung (VT Zweibrücken),
unterlag aber in der ersten Runde gegen den späteren Zweiten.
Senioren Kumite
Bei den Damen -53kg gingen nur 5 Starterinnen an
die Tatamis, darunter auch die Vorjahreszweite vom PSV
Ludwigshafen Jenny Hanf, die sich in diesem Jahr
mit Bronze zufrieden geben musste.
Bei den Mädels (+58kg)
startete die Triererin Natascha Dick für den
RKV. Nach einem 2.Platz im Vorjahr standen die Vorzeichen für
Natascha auch an diesem Tage gut. Selbst als sie in ihrem Pool
auf die Studenten-Weltmeisterin Tessy Scholtes (LUX) traf, die
mit langen Techniken überzeugte, resignierte Natascha nicht,
sondern zeigte bis zum Gong die Zähne. Leider hatte Tessy die
wenigen Lücken in Nataschas Deckung sofort in Punkte für sich
umgewandelt, so dass dieser Sieg und später auch der Cup ins
Großherzogtum ging.
In der Klasse -78 kg
starteten Sascha Gecks (KSV Wirges) und für den
RKV-Landeskader Sebastian Walter (TG Konz) sowie
Marc Brettnacher vom KSV Wirges. Während
Sebastian und Sascha wohl keinen guten Tag hatten und im
ersten Kampf ausschieden, setzte sich Marc in seinem Pool nach
einem Freilos gleich zweimal souverän durch, bevor er sich
dann dem späteren Cup-Gewinner aus Thüringen geschlagen geben
musste. Trotz einer Knieverletzung versuchte Marc noch aufs
Treppchen zu gelangen, was ihm aber schließlich verwehrt
blieb.
Nach dem der
Vorjahreszweite und frische Student Jens Augustiniak in diesem
Jahr wegen seines Studienbeginns nicht an den Start gehen
konnte, lagen die Hoffnungen von Landestrainer Walther Hehl in
der Klasse +78kg beim Junioren-Vize-Weltmeister und EM-Dritten
Lukas Grezella. Nach zwei Freilosen traf der
Vorjahressieger vom KSV Wirges auf Wasja Baumann vom Nippon
Bremerhaven. Aber was anfangs wie eine Routineübung für Lukas
aussah, entpuppte sich dann doch als unlösbare Aufgabe. Der
spätere Shotokan-Cup-Gewinner aus Bremerhaven schien für
Lukas Angriffe kein Ziel zu bieten - viele Angriffe des
Favoriten vom RKV liefen ins Leere. Der Norddeutsche Gegner
dagegen explodierte förmlich bei seinen Angriffen und brachte
Lukas zusehends in Bedrängnis. Als Baumann führte, zeigte er,
dass er auch taktisch in der Lage war, dem nun folgenden
Ansturm von Lukas gegen Ende der Kampfzeit Paroli zu bieten.
Am Ende wurde der schnelle Mann aus dem Norden verdient
Poolsieger. In der Trostrunde hatte Lukas dann aber
offensichtlich Probleme, diese Enttäuschung zu verarbeiten und
musste sich dann später noch beim Kampf um Platz 3 gegen einen
englischen Gegner geschlagen geben. Wegen Verletzungsbedingter
Ausfälle mussten die TeamStarts des RKV abgesagt werden.
Senioren Kata Team
Das RKV-Kata-Team 1 der Herren mit Alban Korrani,
Stefan Köhler und dem Neuzugang Viktor
Rieb hatte am Shotokan-Cup sein Debüt in dieser
Zusammensetzung. Landestrainer Pino Arcieri wollte diese
Möglichkeit vor der DM der Länder und der Junioren-DM nutzen,
um das Team noch fester zusammen zu schweißen. Gegen den
Landesverband von der Saar überzeugte die neue
Zusammenstellung des Teams, jedoch ein falscher Dreher im
Poolfinale gegen die späteren Vize-Cup-Gewinner aus Erfurt
verwehrte den RKV-Athleten den Einzug ins Finale. Dennoch
erreichten Sie einen beachtlichen 3.Platz.
Die Kata-Damen des RKV
hatten hier mehr Erfolg. Auch hier gab es vor kurzem
Änderungen im RKV-Team: Neben Desirée Titz und
Katrin Menzfeld, die wie das Herren-Team im
Vorjahr ebenfalls Platz 2 mit ihrem Team erreichten,
vervollständigte Phillis Löwe das Trio. Von nur
10 gemeldeten Teams wurden nochmals 2 Starts gestrichen, so
dass die beiden Pools jeweils mit einem Freilos begannen.
Leider scheiterten die RKV-Damen am späteren Cup-Gewinner aus
Thüringen.
Neben den aktuellen
Landeskader-Damen meldete der alte Kata-Landestrainer seine
alte Kadermannschaft (die Originalworte, mit denen Gunar
Weichert seine Damen gegenüber dem lokalen Fernsehen
beschrieb, möchten wir hier aus Rücksicht auf die
Seniorinnen nicht zitieren. Trotz längerer Wettkampfpause
starteten Natascha Engels, Manuela Klaas und Meltem
Develioglou für die Gastgeber aus Mayen/Mendig und gaben
hierbei wie erwartet ein gutes Bild ab. Gegen die Damen des LV
Bayern setzen Sie sich klar durch, bevor Sie dann wie die
Herren - an den späteren Cup-Zweiten aus Erfurt scheiterten.
Dies bedeutete auf jeden Fall zweimal Bronze für den RKV.
Wenn auch im vergangen
Jahr 26 mal Edelmetall (9/10/7) an RKV-Sportler verteilt
wurde, kann unserer Verband dennoch zufrieden auf sehr gute
Leistungen sein und auf 21 Medaillen (2/6/13) bei diesem
Turnier blicken.
Dem ausrichtenden Dojo
Mayen/ Mendig, seinen fleißigen Helfern und den
unterstützenden, befreundeten Vereine gilt ein besonderes
Danke schön für einen sicherlich nicht selbstverständlichen,
reibungslosen Ablauf.
Na dann bis 08.10.2005,
wie immer in Mendig!!
Volker Bernardy
RKV-Pressereferent |