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Bericht vom 2. Trainertreffen Kata in Worms  

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2. Trainertreffen Kata in Worms

Eine der wichtigsten Grundlagen für den Aufbau eines erfolgreichen Landeskaders ist die Zusammenarbeit an der Schnittstelle Landestrainer (LT)/Heimtrainer (HT). Der HT verbringt wesentlich mehr Zeit mit seinem Sportler als der LT. Soll das Landeskadertraining langfristig effizient sein, ist es daher erforderlich, daß beide, LT und HT, eine gemeinsame Strategie vereinbaren, wie der Sportler trainiert werden soll. Dies wiederum setzt voraus, daß dem HT die Intensionen des LT bekannt sind und umgekehrt. So wird unter anderem vermieden, daß Sportler in Entscheidungskonflikte zwischen beiden Trainern geraten.

Vor diesem Hintergrund hat unser Kata LT Pino Arcieri unentgeltlich ein regelmäßiges Treffen der Trainer der derzeitigen Kaderathleten ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit zwischen ihm und den Heimtrainern zu vertiefen. Das wesentliche Ziel dabei ist, den RKV im Katabereich noch mehr zu stärken, um auf Bundesebene noch erfolgreicher sein zu können.

Pino gibt dafür sehr bereitwillig viele Informationen preis, mit denen er seine eigenen Sportler zu den uns allen bekannten Erfolgen geführt hat, und die auch anderen RKV-Trainern helfen, in ihren Dojos noch erfolgreicher arbeiten zu können.

Dieses, mittlerweile zweite Trainertreffen, bestand aus Theorie und Praxis. Der große Vorteil davon war, daß die Trainer einige der neuen Aspekte gleich in der Praxis ausprobieren konnten. Offene Fragen wurden direkt abgeklärt und diskutiert.

Folgende Lehrgangsinhalte waren diesmal Schwerpunkt:

Schwacher Unterbau:

Pino hat festgestellt, daß der Unterbau (stabiler Stand/Stellung) der meisten Sportler für den Wettkampf nicht genügend ausgeprägt ist („oben stark, aber unten schwach“).
Trainingsinhalt waren Übungsanregungen, mit denen der Unterbau des Karatesportlers gestärkt werden kann. Nach wenigen Übungen konnten selbst erfahrene Trainer eine Stabilisierung ihrer Stellung verspüren.
Wesentliche Übungen waren dabei Vorwärtsbewegungen aus dem Stand, mit dem Absenken des Körpers, um die Stabilität der Stellung und die Kraft im Endpunkt zu verstärken.

Kraftübertragung:
In letzter Zeit werde, so Pino, häufiger sichtbar, daß die Athleten während der Bewegung den Körper heben und wieder absenken. Langsame Bewegungen werden dadurch zwar immer schneller, jedoch fehlt letztlich der Krafteinsatz im Endpunkt der Bewegung. Auch hier wurden anhand verschiedener Beispiele die Unterschiede deutlich gemacht.

Spezielles Kihon:
Pino hat dann ein spezielles, von ihm entwickeltes „Kihon“ aus verschiedenen, typischen Kata-Kombinationen, vorgestellt und die Trainer ausprobieren lassen. Diese kata-spezifischen Bewegungsabläufe werden von den Kaderathleten während der Lehrgänge ständig geübt.

Bewertung durch die Kampfrichter:
Pino erläuterte anhand seiner persönlichen Erfahrungen die Schwerpunkte, die Kampfrichter sehen wollen: Viele Aspekte entsprechen dabei jedoch nicht mehr dem eigentlichen Karate, sondern sind für den Wettkampf modifiziert worden. Unser LT zeigte aber, daß das Moderne und der traditionelle Kampfsport keine Gegensätze sein müssen, sondern die ursprüngliche Technik durchaus erhalten werden kann.

Pino hatte zur Demonstration drei Kaderathleten mitgebracht, denen es ganz hervorragend gelang, bestimmte Komponenten aus der „perfekten“ Karatetechnik „herauszunehmen“. Den Trainern wurde so die direkte Auswirkung auf das Gesamtbild der Technik vor Augen geführt und so auch auf die Wirkung auf die Kampfrichter demonstriert. Ein Dankeschön auf diesem Wege nochmal an die drei Sportler!

Zusammenfassend handelte es sich um ein Trainertreffen auf höchstem Niveau, bei dem Pino sich weniger als Trainer, sondern mehr als Partner der Heimtrainer zeigte. In sehr positiver, konstruktiver und partnerschaftlicher Atmosphäre konnte jeder Trainer seine persönlichen Erfahrungen einbringen und sich zu jeder Zeit äußern.

Auch außerhalb des praktischen Teils wurden viele Ideen und Gedanken ausgetauscht. Für sehr gute Rahmenbedingungen sorgte auch Budokai Worms, indem für die Trainer ein gutes, preiswertes Mittagessen vorbereitet wurde.

Beim letzten Kaderlehrgang berichteten sogar einige Sportler, ihre Trainer haben bereits einige der neuen Übungen in ihrem Dojo getestet und einige Aspekte bereits umgesetzt.

Das nächste Treffen dieser Art ist bereits für den 28. August in Worms geplant. Sehr begrüßenswert wäre eine noch höhere Teilnehmerzahl.

Im Bereich Kumite ist bereits ein ähnliches Treffen geplant, das freitags vor dem Krokoyama-Cup stattfinden wird.

Martin Hartung
Shotokan VT Zweibrücken

 

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Zuletzt aktualisiert am 09.02.2008 20:03 Uhr

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