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4.
Internationaler Pfingstlehrgang beim SKR Germersheim
Am
Pfingstwochenende trafen sich 260 Karateka aus ganz
Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich, Luxemburg,
Frankreich, Italien, der Schweiz, Tschechien, Bosnien und
sogar Norwegen zum gemeinsamen Training in Germersheim. Sensei
Pino Arcieri war es wieder gelungen, ein hochkarätiges Team
aus drei Meistern des Shotokan-Karate für den zweitägigen
Lehrgang zu gewinnen: Sensei Dario Marchini (6. Dan), Sensei
Carlo Fugazza (7. Dan) und Shihan Hiroshi Shirai (9. Dan), die
extra aus Mailand angereist waren. Carlo Fugazza und Dario
Marchini (selbst mehrfacher Weltmeister in Kata) sind wie Pino
Arcieri Schüler von Shihan Shirai, einem der höchsten
Dan-Träger der Welt, der mit seinen 66 Jahren noch jeden Tag
ab 6 Uhr morgens mehrere Stunden lang gemeinsam mit seinen
Schülern trainiert.
Für den Lehrgang waren drei Hallen angemietet worden, wo dem
Niveau der Sportler entsprechend in drei verschiedenen Kursen
trainiert wurde (8.-6. Kyu, 5.-1. Kyu, Dan). Jeder Kurs wurde
abwechselnd von jedem der drei Trainer unterrichtet. An beiden
Tagen waren zwei Trainingseinheiten von jeweils zwei bzw.
eineinhalb Stunden angesetzt.
Thema des Lehrgangs war wie immer das traditionelle
Shotokan-Karate. Die Lehre basiert auf der Verknüpfung von
Kata, Kihon und Kumite, ohne eine der drei Komponenten
besonders hervorzuheben. Das Kihon bietet eine umfassende
Auswahl an Techniken. Dieses Techniktraining ist sehr wichtig,
da in den Katas nicht alle möglichen Techniken zum Einsatz
kommen. Das Kata-Training dient zur Übung der praktischen
Anwendung der Angriffs- und Abwehrtechniken in Folge. Das
Kumite soll die Vielfalt der Techniken aus dem Kihon mit dem
Kampfgeist aus der Kata vereinen.
Aus diesem Grunde bieten die traditionellen
Shotokan-Karatelehrer keine speziellen Lehrgänge für Kata oder
Kumite an. Auch bei diesem Lehrgang konnte man deutlich
spüren, dass sich das Können aller drei Trainer nicht auf eine
Wettkampfdisziplin beschränkt, sondern dass hier Kampfkunst in
Vollendung demonstriert wurde.
Die
Senseis Shirai, Marchini und Fugazza kamen ihrer eigenen
Aussage nach wieder gerne nach Germersheim, da wie bekannt
Sensei Arcieri selbst einer ihrer Schüler ist und die gleiche
traditionelle Linie verfolgt. Die gute und familiäre Stimmung
wurde sogar bei Sensei Marchini sichtbar, der sonst eher als
strenger Lehrer gilt. Er zeigte unter anderem Goju-Shiho-Sho,
deren praktische Anwendung die Teilnehmer des DAN-Trainings zu
langanhaltendem Beifall bewog. Wie immer achtete Sensei
Marchini auch bei der Anwendung der Kata auf die korrekte
Ausführung aller Techniken.
Sensei Fugazza präsentierte sich in seiner gewohnt
zuvorkommenden Art. Nach seiner Genesung von einer
Hüftoperation hatte er zu seiner alten Stärke zurückgefunden,
was sich auch in der Intensität seines Trainings äußerte und
die Teilnehmer begeisterte. Er achtete besonders auf die
Distanz der Angriffe bei der Anwendung mehrerer Katas.
Shihan Shirai schließlich setzte seinen Schwerpunkt auf die
Verknüpfung von Kata und Kumite: Die Anwendung verschiedener
Katas (z.B. Jitte) wurde in der Art des Jyu-Ippon-Kumite
ausgeführt. Bei diesem Kata-Kumite wird das Bunkai nicht
mehr nach dem Embusen ausgeführt - Die Techniken aus der Kata
sind noch zu erkennen, werden jedoch auf einer Linie mit
verschiedenen Angriffs- und Abwehrtechniken des Gegners
kombiniert, wodurch realitätsnahes Kumite entsteht. Shihan
Shirai achtete besonders auf kraftvolle Angriffe mit festem
Stand und korrektem Abstand, bei denen der Körper in der Lage
sein musste, sofort in die nächste Technik zu wechseln.
Am Sonntagnachmittag wurden die Meister unter großem Beifall
der Karateka verabschiedet. Shihan Shirai bedankte sich bei
Sensei Arcieri und allen Teilnehmern und lobte besonders das
hohe technische Niveau der Karateka und die familiäre
Atmosphäre in Germersheim, in die er im nächsten Jahr gerne
wieder zurückkommen möchte.
Dieser anspruchsvolle Lehrgang war für alle Beteiligten wieder
ein voller Erfolg und wird als fester Bestandteil des
Jahresprogramms beim SKR Germersheim auch in den nächsten
Jahren am Pfingstwochenende durchgeführt werden. |